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cnn+1english.aawsat+1cnn+1Ein syrisches Strafgericht hat am Dienstag den gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad, seinen jüngeren Bruder Maher und ihren Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Dies sind die ersten Verurteilungen gegen die ehemalige Herrscherfamilie seit ihrem Sturz vor fast zwei Jahren.
Das Vierte Strafgericht in Damaskus sprach Assad des „vorsätzlichen und absichtlichen Mordes an mehr als einer Person und an Kindern, der Folter, der willkürlichen Verhaftung und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ schuldig, wie Richter Fachr al-Din al-Aryan während einer Live-Übertragung der Verhandlung verkündete. Der Richter erklärte, Zeugenaussagen hätten Assads Rolle als „höchster Entscheidungsträger“ belegt, der staatliche Institutionen zur Durchführung der Verbrechen genutzt habe.cnn+3
Maher al-Assad, der die elitäre Vierte Panzerdivision der syrischen Armee befehligte, wurde ebenfalls in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Das Gericht verurteilte zudem vier weitere ehemalige Militär- und Sicherheitsbeamte in Abwesenheit, darunter den ehemaligen Verteidigungsminister Fahd al-Freidsch und Luai al-Ali, der 2011 den Militärgeheimdienst in der Provinz Daraa leitete.english.aawsat+2
Der einzige physisch anwesende Angeklagte war Nadschib, ein ehemaliger Brigadegeneral, der die Abteilung für politische Sicherheit in der Provinz Daraa leitete. Er stand in Häftlingskleidung in einem Käfig, als der Richter das Urteil verlas. Nadschib wurde wegen Mordes, des „vorsätzlichen Mordes an Kindern unter 15 Jahren“ und „Folter mit Todesfolge“ verurteilt.bbc+2
Die südsyrische Stadt Daraa gilt weithin als Wiege des Aufstands von 2011. Im März desselben Jahres lösten die Inhaftierung und mutmaßliche Folter von Teenagern, denen das Schreiben regierungsfeindlicher Graffiti vorgeworfen wurde, Proteste aus, die unter Nadschibs Kommando mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen wurden. Dies entfachte einen Bürgerkrieg, der rund eine halbe Million Menschen das Leben kostete und Millionen weitere vertrieb. Der Richter sagte, Nadschib habe „keinerlei Reue“ gezeigt.english.aawsat+2
Assad und sein Bruder flohen nach Russland, nachdem von Ahmed al-Scharaa angeführte Oppositionskräfte im Dezember 2024 in Damaskus einmarschiert waren und die mehr als fünf Jahrzehnte währende Herrschaft der Assad-Familie beendet hatten. Syriens neue Regierung hat Moskau um die Auslieferung der Assads gebeten, doch es bleibt unklar, ob Russland dem nachkommen wird.dw+2
Syriens Übergangsbehörden leiteten das Verfahren gegen Assad und andere ehemalige Beamte im April 2026 ein. Das Urteil vom Dienstag ist angesichts des Asyls von Assad in Moskau zwar weitgehend symbolischer Natur, verhängt jedoch eine formelle Todesstrafe gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt, dessen Regime beschuldigt wurde, chemische Waffen einzusetzen, Zehntausende von Fassbomben auf zivile Gebiete abzuwerfen und für die systematische Folter und Tötung von Häftlingen in Regierungsgefängnissen verantwortlich zu sein.openthemagazine+2