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investing+1reuters+1aljazeeraDer russische Leitindex MOEX erlitt am Montag, dem 22. Juni, den stärksten Tagesverlust seit September 2022 und fiel um 4,23 % auf 2.318 Punkte – den niedrigsten Stand seit März 2023 –, da eine durch ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien verursachte Kraftstoffkrise die Anleger verunsicherte und den Rubel unter Druck setzte.unn+2
Der Ausverkauf verlängerte eine 15-wöchige Verlustserie, die nun den Rückgang während der globalen Finanzkrise 2008 übertroffen hat, wobei der MOEX seit Jahresbeginn mehr als 14 % verloren hat. Im Abendhandel fiel der Index kurzzeitig unter 2.300 Punkte.nampa+2
Die Aktien von Gazprom berührten 99,9 Rubel, bevor sie bei 100,65 schlossen – und damit laut Reuters erstmals seit 2009 unter die 100-Rubel-Marke fielen. Die Aktie hat in den letzten 12 Monaten aufgrund geringerer europäischer Gaskäufe, sinkender Ölpreise und des Scheiterns des Unternehmens, einen neuen Pipeline-Deal mit China abzuschließen, etwa 20 % an Wert verloren.investing+2
Der Rubel schwächte sich am 23. Juni auf über 74,6 pro Dollar ab und setzte damit einen Abwärtstrend fort, bei dem die Währung im letzten Monat mehr als 4 % verloren hat. Das russische Finanzministerium sagte seine für Mittwoch geplanten Anleiheauktionen unter Verweis auf "erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten" ab.tradingeconomics+1
Die Marktturbulenzen werden durch eine Kraftstoffkrise verstärkt, die mittlerweile mehr als 50 russische Regionen betrifft, darunter Moskau und Sankt Petersburg. Bloomberg berichtete, dass ukrainische Drohnenangriffe die russische Raffineriekapazität um 20-30 % reduziert haben, während das Wall Street Journal berichtete, dass Drohnen wiederholt eine Moskauer Raffinerie getroffen haben, die für über ein Drittel der Kraftstoffversorgung der Hauptstadt verantwortlich ist.bloomberg+2
Die Kraftstoffrationierung hat sich im ganzen Land ausgebreitet, wobei große Ketten die Käufe auf 20-40 Liter pro Transaktion begrenzen. Die Krim hat den zivilen Kraftstoffverkauf vollständig eingestellt und reserviert die Vorräte für das Militär.aljazeera+1
Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte am Dienstag, dass Russland ein vollständiges Verbot von Dieselexporten neben anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Binnenmarktes erwägt. "Die Regierung prüft ein vollständiges Verbot von Dieselexporten und andere Maßnahmen", sagte Nowak und fügte hinzu, dass die Ölunternehmen bereits mit maximaler Kapazität produzierten.oilprice+1
Reuters berichtete am 23. Juni, dass Russland auch Kraftstoffimporte erwägt, um Versorgungsengpässe abzumildern, wobei die Tageszeitung Wedomosti ungenannte Quellen zitierte, die sagten, die Option sei bei einem Treffen unter dem Vorsitz von Nowak am Montag zur Sprache gekommen. Russland hatte bereits Anfang Juni begonnen, Benzin auf dem Seeweg aus Asien zu importieren – ein außergewöhnlicher Schritt für einen der weltweit größten Ölexporteure.internazionale+1
Analysten verwiesen auf mehrere zusammenlaufende Belastungsfaktoren hinter dem Marktzusammenbruch. Die Entscheidung der Zentralbank am Freitag, ihren Leitzins nur um 25 Basispunkte auf 14,25 % zu senken – statt der von Investoren erwarteten 50 Basispunkte –, signalisierte, dass die straffe Geldpolitik länger anhalten würde als erhofft. Geopolitische Risiken und die Erwartung weiterer Kraftstoffpreiserhöhungen verstärkten den Verkaufsdruck, so die Analystin Natalya Milchakova von Freedom Finance Global.meduza+1