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reuters+1themoscowtimes+1cbsnews+1Russisches ESPO-Rohöl stieg diese Woche erstmals seit April auf über 120 Dollar pro Barrel. Angetrieben wird der Anstieg durch einen Wettlauf chinesischer Staatsraffinerien, die sich angesichts von Störungen im Nahen Osten vor dem Winter mit Rohstoffen eindecken wollen, berichtete Reuters am Freitag.reuters
Der Preissprung hat die Prämie der ESPO-Sorte gegenüber der Referenzsorte ICE Brent laut Berechnungen von Reuters und Marktquellen auf ein Rekordniveau von 20 bis 30 Dollar pro Barrel getrieben. Auch die russische Sorte Urals ist auf 110 Dollar pro Barrel gestiegen.globalbankingandfinance+1
Chinesische staatliche Energieunternehmen lösten eine Kaufwelle aus, um ESPO-Ladungen für November und Dezember weit vor dem üblichen Zeitplan zu sichern. Dies ließ kaum Angebot für kleinere, unabhängige Raffinerien, sogenannte "Teapots", übrig, die historisch gesehen die Hauptabnehmer dieser Sorte waren. Dies zwang sie in andere Spotmärkte und erhöhte den Druck auf die globalen Ölpreise weiter.themoscowtimes+2
Die Aufschläge für ESPO hatten bereits während der APPEC-Konferenz Anfang September die Marke von 20 Dollar pro Barrel überschritten, berichtete S&P Global Commodity Insights, da chinesische Käufer angesichts wachsender Sorgen um die Verfügbarkeit im vierten Quartal um begrenzte russische Mengen konkurrierten.spglobal
Der Nachfrageschub nach russischem Rohöl ist direkt auf die Störung der saudi-arabischen Ölexporte zurückzuführen. Am 10. und 11. September trafen mehrere Drohnenangriffe von irakischem Territorium aus die saudi-arabische Ost-West-Pipeline, woraufhin das Königreich die Leitung als Vorsichtsmaßnahme schloss. Die Pipeline mit einer Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag war zur wichtigsten alternativen Exportroute der Saudis geworden, während die Straße von Hormus im Zuge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran faktisch geschlossen blieb.cnbc+2
Saudi Aramco arbeitet daran, den beschädigten Abschnitt zu umgehen und die Kapazität teilweise wiederherzustellen. Bloomberg berichtet, dass das Unternehmen damit rechnet, die Pipeline in etwa sechs Wochen wieder voll in Betrieb nehmen zu können.ttnews
Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass das US-Repräsentantenhaus am Mittwoch ein Gesetz verabschiedete, das Präsident Donald Trump ermächtigt, Zölle von bis zu 100 Prozent auf die fünf größten Abnehmer von russischem Öl und Erdgas zu erheben. Das Gesetz mit dem Titel Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026 könnte die russischen Ölflüsse nach China und Indien behindern, wobei Händler warnen, dass solche Maßnahmen die Preise noch weiter in die Höhe treiben und möglicherweise die russischen Einnahmen pro Barrel sogar steigern könnten.cbsnews+2