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miragenews+1oceanographicmagazine+1talker+1Erstmals haben Forschende nachgewiesen, dass Behandlungen mit Probiotika und Postbiotika hitzegestresste Korallen im offenen Meer retten können. Diese Erkenntnis könnte die Bemühungen der Wissenschaft zur Erhaltung der bedrohten Riffökosysteme weltweit grundlegend verändern. Die Studie, die am 3. September in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht wurde, markiert den Sprung vom Laborerfolg zur praktischen Anwendung mikrobieller Therapien bei Korallen.miragenews+2
Ein Team um Erika Santoro, Postdoktorandin an der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) in Saudi-Arabien, behandelte im Sommer 2022 während einer natürlichen Hitzewelle Kolonien der Korallenart Acropora cf. valida im zentralen Roten Meer. Während des 15-tägigen Feldexperiments lagen die täglichen durchschnittlichen Wassertemperaturen zwischen 30,9 °C und 31,9 °C.ecomagazine+2
Die Forschenden isolierten nützliche Bakterienstämme aus gesunden Korallen des Roten Meeres und entwickelten zwei probiotische Rezepturen aus lebenden Mikroben sowie zwei postbiotische Gegenstücke aus inaktivierten Mikroben und deren bioaktiven Komponenten. Nach 15 Tagen hatten eine probiotische und eine postbiotische Rezeptur die Korallengesundheit verbessert, gemessen an der Farbrückgewinnung und der Fotosyntheseeffizienz der in den Korallen lebenden Algen.oceanographicmagazine+2
"Wenn eine innovative Idee wie diese tatsächlich funktioniert, insbesondere unter Feldbedingungen, sind wir positiv überrascht", sagte Santoro. "Das spannendste Ergebnis ist, dass diese Studie einen neuen Weg für mikrobielle Therapien bei Korallen eröffnet."ecomagazine
Die Erkenntnis, dass auch Postbiotika, also inaktivierte Versionen der lebenden Bakterien, funktionierten, ist für den praktischen Einsatz besonders vielversprechend. "Inaktivierte mikrobielle Rezepturen könnten potenziell praktische Vorteile bieten, wie eine längere Haltbarkeit, einfachere Lagerung und einen leichteren Transport sowie geringere Produktionskosten", sagte Santoro. Genetische und metabolische Tests ergaben, dass die beiden Behandlungsarten das Mikrobiom der Korallen auf unterschiedliche Weise umstrukturierten. Bei mit Postbiotika behandelten Korallen zeigte sich ein Anstieg von Cobetia, einem Bakterium, das mit Hitzetoleranz in Verbindung gebracht wird.talker+2
Die Forschung wurde im Coral Probiotics Village am Al-Fahal-Riff im Roten Meer durchgeführt, einem Standort im Rahmen der breiter angelegten Korallenschutzarbeiten der KAUST. Obwohl die Ergebnisse ermutigend sind, betonte Santoro, dass mikrobielle Therapien ergänzende Werkzeuge und kein Ersatz für die Bekämpfung des Klimawandels sind. "Wir sehen Ansätze wie Probiotika und Postbiotika als zusätzliche Werkzeuge, die dazu beitragen könnten, die Widerstandsfähigkeit von Korallen zu verbessern und Wiederherstellungsbemühungen zu unterstützen, während umfassendere Maßnahmen die Ursachen des Klimawandels bekämpfen", sagte sie.eurekalert+2