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bloombergglobal-energy-flow+2bloomberg+1Die europäische Industrie steuert auf einen schwierigen Winter zu, da ein erneuter Anstieg der Energiekosten die Schließung von Fabriken auf dem gesamten Kontinent androht. Die wegweisenden niederländischen TTF-Erdgas-Futures stiegen Anfang September auf über 80 Euro pro Megawattstunde, den höchsten Stand seit Januar 2023, nachdem sie sich seit dem Beginn des US-Iran-Konflikts, der den Schiffsverkehr nahe der Straße von Hormus beeinträchtigte, fast verdoppelt hatten.bloomberg+1
Der Preisanstieg fällt in eine Zeit, in der die EU-Gasspeicherstände weit hinter den saisonalen Normalwerten zurückbleiben. Anfang September lagen die europäischen Untergrundspeicher bei rund 67 % ihrer Kapazität, was laut Daten von Gas Infrastructure Europe etwa 15 bis 19 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 82 % für diese Jahreszeit liegt.global-energy-flow+1
Deutschland und die Niederlande, zwei der größten Gasverbraucher Europas, gehören zu den am schlechtesten aufgestellten Ländern. Die deutschen Reserven erreichten im August ein historisches Tief von 47 % der nationalen Kapazität, was das Land nach Ansicht von Analysten zum anfälligsten Glied in der europäischen Lieferkette macht. In den Niederlanden stagnierten die Speicherstände Ende August bei fast 45 %, dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009, was den Netzbetreiber Gasunie veranlasste zu bestätigen, dass das Land sein ursprüngliches Füllziel von 80 % verfehlen wird.xab+2
Am 10. September senkte die niederländische Regierung ihr Speicherziel um 10 Prozentpunkte auf 64 % der Kapazität. Sie reagierte damit auf eine Aufforderung der Europäischen Kommission an die Mitgliedstaaten, die Füllziele zu senken, um den Aufwärtsdruck auf die Großhandelspreise zu mildern.bloomberg
Die Auswirkungen treffen die energieintensiven Sektoren am härtesten. Hersteller von Chemikalien, Stahl und Aluminium von Großbritannien bis Deutschland erklären laut dem Deccan Chronicle, dass die explodierenden Rechnungen ehemals tragbare Kosten in eine existenzielle Bedrohung verwandeln. Ein britischer Aluminiumhersteller berichtete, dass Energie inzwischen fast ein Fünftel seiner Gesamtkosten ausmacht, während ein großer Chemiekonzern davor warnte, dass anhaltend hohe Preise ihn zur Schließung seines letzten britischen Werks zwingen könnten.deccanchronicle
Im März führte Slowenien als erstes EU-Land eine staatlich verordnete Kraftstoffrationierung ein, die Privatfahrer auf 50 Liter pro Tag und Unternehmen auf 200 Liter beschränkt. Diese Maßnahme wurde durch grenzüberschreitenden „Kraftstofftourismus“ und Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt ausgelöst, wie Reuters berichtete. Der slowenische Ministerpräsident Robert Golob erklärte, es gebe genügend Kraftstoff im Land und die Lager seien voll, und bezeichnete den Schritt eher als Vorsichtsmaßnahme denn als Zeichen eines Mangels.reuters+1
Die Energieanalysten von Rapidan warnten, dass die EU-Speicher ohne stärkere Markteingriffe bis November nur etwa 65 % ihrer Kapazität erreichen könnten, was weit hinter dem gelockerten Ziel der Union von 80 % für diesen Winter zurückbleibt.xab