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sports.yahoo+1reuterssports.yahoo+1FIFA-Präsident Gianni Infantino hat am Mittwoch in Salé, Marokko, ein Krisentreffen mit hochrangigen Funktionären abgehalten. Die Folgen seines gescheiterten Plans, kommerzielle Rechte an der Weltmeisterschaft zu verkaufen, schlagen immer höhere Wellen: Mit dem portugiesischen Ex-Star Luís Figo fordert nun eine weitere prominente Persönlichkeit seinen Rücktritt.
Das Treffen im afrikanischen FIFA-Büro brachte die Führungsspitze des Verbandes zusammen, darunter Generalsekretär Mattias Grafström, Stabschef Daniel O'Toole und Chefjurist Emilio Garcia Silvero. Vorausgegangen war eine Woche, die den Weltfußballverband in seine schwerste Führungskrise seit Jahren gestürzt hat.sports.yahoo+1
Infantinos Vorschlag, über den in der vergangenen Woche erstmals berichtet wurde, sah die Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft namens "FIFA Forward Enterprise" vor. Diese sollte die Weltmeisterschaft und andere Wettbewerbe verwalten. Durch den Verkauf einer 20-prozentigen Beteiligung an private Investoren sollten bei einer Gesamtbewertung von rund 20 Milliarden Dollar rund 4,2 Milliarden Dollar erlöst werden. Für besondere Kritik sorgte die Beteiligung eines Unternehmens mit familiären Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump.aljazeera+2
Der Plan wurde von der UEFA, der CONCACAF und der asiatischen Konföderation AFC abgelehnt, wobei die UEFA für den Fall einer Umsetzung mit einem WM-Boykott drohte. Obwohl Infantino den Vorschlag am Freitag zurückzog, vergrößert sich der Schaden für ihn weiter.espn
Hochrangige FIFA-Funktionäre haben sich inzwischen öffentlich von Infantino distanziert. Chief Operating Officer Kevin Lamour erklärte, die Mitarbeiter seien von einem Vorhaben getäuscht worden, das er als "Projekt einer einzelnen Person" bezeichnete. Grafström beschrieb die Episode in einem internen Schreiben, in dem der FIFA-Präsident nicht namentlich genannt wurde, als eine "traurige und verwerfliche Reihe von Ereignissen". Der ehemalige Arsenal-Trainer Arsène Wenger, heute FIFA-Direktor für globale Fußballentwicklung, betonte am Dienstag, er sei an der Ausarbeitung des Vorschlags "nicht beteiligt" gewesen und der Rückzug sei "absolut notwendig" gewesen.reuters+1
Am Mittwoch forderte Figo in den sozialen Medien den Rücktritt von Infantino. "Er hat gelogen, betrogen und versucht, sich auf Kosten des Spiels, dem er eigentlich dienen soll, die eigenen Taschen vollzumachen", schrieb der ehemalige Ballon-d'Or-Gewinner laut ESPN. "Es ist zu spät, um seine Würde zu retten, aber es ist nicht zu spät, um den Fußball zu retten. Er muss gehen. Jetzt."espn
Auch die Vereinigung der europäischen Profiligen, die unter anderem die Premier League, La Liga und die Serie A vertritt, schaltete sich am Mittwoch ein. Sie bezeichnete den Vorschlag als "gefährlich", forderte Reformen der Verbandsführung und kündigte an, die "Erweiterung oder Neuschaffung" von FIFA-Wettbewerben bis zur Umsetzung solcher Reformen abzulehnen.chicagotribune
Die UEFA hat zudem eine Aufforderung zur Beweissicherung an die FIFA geschickt, da sie rechtliche Schritte wegen der Pläne prüft. Mehrere Nationalverbände, darunter England, Wales und Rumänien, haben ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl auf dem FIFA-Kongress im März in Rabat zurückgezogen.aljazeera+1
Trotz des Widerstands genießt Infantino weiterhin Rückhalt unter afrikanischen Fußballfunktionären und mehreren asiatischen Verbänden, darunter Katar, Kuwait und Indonesien. Nach den FIFA-Statuten hat jeder der 211 Mitgliedsverbände eine Stimme, was bedeutet, dass kleine Nationen das gleiche Gewicht haben wie Fußball-Großmächte wie Brasilien oder Deutschland.reuters
Bislang hat sich kein klarer Gegenkandidat für die Wahl im März herauskristallisiert, was nach wie vor Infantinos größter Vorteil ist. Doch der Präsident des jordanischen Fußballverbandes, Prinz Ali bin al-Hussein, der bereits zweimal kandidiert hatte, warf der FIFA am Dienstag "Erpressung" vor. Er behauptete, der Verband habe ihm die Lösung offener Fragen im Austausch für seine Unterstützung von Infantino angeboten. "Wir haben ihn vorher nicht unterstützt und werden es jetzt erst recht nicht tun", schrieb Prinz Ali.reuters