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economictimeseconomictimescnbc+1Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli leicht gestiegen, wobei die Inflation von 2,8 % im Juni auf 2,9 % kletterte. Kriegsbedingte Energiekosten trieben die Gesamtzahlen wieder nach oben und verstärkten die Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank im September die Leitzinsen erneut anheben wird.
Eurostat-Daten, die von Euronext N.V. am Freitag veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Inflation in der 21 Länder umfassenden Eurozone im Rahmen der Prognosen stieg, wobei ein durch den Iran-Konflikt ausgelöster Ölpreisanstieg der Haupttreiber war. Die Kerninflation, die die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, beschleunigte sich von 2,4 % auf 2,5 %, während die Dienstleistungsinflation auf 3,3 % stieg. Dies deutet darauf hin, dass sich der Preisdruck über den Energiesektor hinaus ausweitet.economictimes
Nationale Daten, die Anfang der Woche veröffentlicht wurden, deuteten den Anstieg bereits an. Deutschlands jährliche Inflationsrate sprang im Juli von 2,3 % im Juni auf 2,8 %, wobei die Energiepreise im Jahresvergleich um 8,3 % zulegten, verglichen mit 3,4 % im Vormonat, wie vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes Destatis zeigten. Die Kerninflation in Deutschland ging jedoch leicht von 2,5 % auf 2,4 % zurück. In Frankreich stieg die Jahresinflation im Juli auf 2,1 % und trotzte damit den Erwartungen eines langsameren Tempos.aa+2
Die Daten fallen genau in eine bereits klar signalisierte Phase weiterer geldpolitischer Straffungen. Die EZB hatte ihren Einlagensatz im Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben, die erste Anhebung seit fast drei Jahren, nachdem der Iran-Krieg die Inflation in der Eurozone im Mai auf 3,2 % getrieben hatte. Auf ihrer Julisitzung beließ der EZB-Rat die Zinsen unverändert, hielt die Tür für eine weitere Anhebung im September jedoch offen.cnbc+3
EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte, dass erneute Feindseligkeiten im Nahen Osten und die darauffolgende Erholung der Ölpreise ein Aufwärtsrisiko für den Inflationsausblick darstellen. Die Märkte preisen eine Zinsanhebung im September mittlerweile als nahezu sicher ein, wobei einige Händler eine weitere Bewegung bis Anfang 2027 erwarten.economictimes+1
Das Argument für eine Zinsanhebung wird durch ein robustes Wachstum gestützt. Die Wirtschaft der Eurozone wuchs im zweiten Quartal um 0,4 %, doppelt so schnell wie erwartet, was die Sorge mildert, dass eine straffere Geldpolitik die Region in eine Rezession stürzen könnte. Ökonomen bleiben vorsichtiger als die Märkte: Viele rechnen mit nur einer weiteren Anhebung mit der Begründung, dass die hohen Energiepreise noch keine Zweitrundeneffekte bei den Löhnen ausgelöst haben. Die Nahrungsmittelinflation verlangsamte sich im Juli weiter, und die Preise für Industrieerzeugnisse ohne Energie, die günstigere chinesische Importe widerspiegeln, stiegen um nur 0,9 %, was den Energieschock teilweise ausglich.economictimes