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imdb+1.africanelephantjournal.hollywoodreporter+1.imdb+1.africanelephantjournal.Werner Herzogs neuester Dokumentarfilm „Ghost Elephants“ feierte am Donnerstag bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere und markiert ein weiteres Kapitel in der Auseinandersetzung des legendären deutschen Filmemachers mit dem Verhältnis des Menschen zur natürlichen Welt. Der Film begleitet Dr. Steve Boyes, einen südafrikanischen Naturforscher, auf einer zehnjährigen Suche nach einer mysteriösen Herde riesiger Elefanten im abgelegenen Hochland von Angola.imdb+1
Der Dokumentarfilm debütierte zeitgleich mit einer bedeutenden Ehrung für Herzog, der bei der Eröffnungszeremonie am Mittwochabend einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt. Francis Ford Coppola überreichte den Preis und nannte Herzog „ein unbegrenztes Phänomen, das in jedem Winkel des Kinos arbeitet“, und merkte an: „Wenn Werner Grenzen hat, weiß ich nicht, welche das sind.“hollywoodreporter+1
„Ghost Elephants“ dokumentiert die Suche von Dr. Boyes und seinem Team durch die Hochlandwildnis Angolas, ein bewaldetes Plateau so groß wie England, das praktisch unbewohnt ist. Laut der offiziellen Inhaltsangabe der Filmfestspiele von Venedig umfasst die Expedition Fährtensucher aus Namibia, die nach Elefanten suchen, die von lokalen Stämmen als Bewohner des „Landes am Ende der Welt“ bezeichnet werden.labiennale
Diese Elefanten, die lokal als „Geisterelefanten“ bekannt sind, gelten als Überlebende des verheerenden Bürgerkriegs in Angola, der von 1961 bis 2002 dauerte. Der Konflikt dezimierte die Elefantenpopulation des Landes durch Jagd und Lebensraumzerstörung und zwang viele Elefanten zur Flucht in Nachbarländer wie Botswana und Namibia. Forscher entdeckten jedoch durch Interaktionen mit Dorfbewohnern, dass einige Elefanten zurückgeblieben waren und sich in den nebligen Wäldern der Region Lisima versteckten.africanelephantjournal
Dr. Boyes glaubt, dass diese überlebenden Elefanten eine eigenständige Unterart darstellen könnten, möglicherweise Nachfahren des Fénykövi-Elefanten, der als „das größte jemals aufgezeichnete lebende Landsäugetier“ beschrieben wird. Das National Geographic Okavango Wilderness Project verfolgt seit Jahren Spuren dieser Elefanten, findet frischen Dung und Fußabdrücke, konnte die Tiere selbst jedoch nie direkt sichten.africanelephantjournal
Der 99-minütige Film setzt Herzogs jüngsten Fokus auf Naturwunder durch wissenschaftliche Expeditionen fort, nach Dokumentationen über Bären in „Grizzly Man“, Vulkane in „Into the Inferno“ und die Antarktis in „Begegnungen am Ende der Welt“. In seinem Regiestatement beschrieb Herzog das Projekt als „eine Erkundung von Träumen, von Vorstellungskraft – abgewogen gegen die Realität“ und verglich die Suche mit der Jagd auf Moby Dick.imdb+1
Der Dokumentarfilm wirft philosophische Fragen darüber auf, ob manche Geheimnisse ungelöst bleiben sollten. „Wäre es nicht besser, diese gigantischen Elefanten eher als Traum, als Geister, als den Weißen Wal zu bewahren, anstatt sie in der Realität zu finden?“, fragt Herzog in der Inhaltsangabe des Films.labiennale
Herzogs Auftritt in Venedig war von großem Aufsehen begleitet, das über die Premiere seines Films hinausging. Mit 82 Jahren erhielt er nicht nur seinen Preis für das Lebenswerk, sondern überraschte die Filmwelt auch mit der Eröffnung seines offiziellen Instagram-Accounts. In seinem ersten Beitrag, der auf einer Waldlichtung gedreht wurde, während ein rohes Steak zu seinen Füßen grillte, erklärte Herzog seine Entscheidung, sich in den sozialen Medien anzumelden: „Ich hatte das Gefühl, ich sollte Arbeit und alltägliche Dinge mit euch teilen.“hollywoodreporter+1
Während seiner Dankesrede betonte Herzog sein anhaltendes Engagement für das Filmemachen und erklärte, er sei „nicht in den Ruhestand gegangen“ und arbeite weiterhin an mehreren Projekten, darunter der Spielfilm „Bucking Fastard“, der derzeit in Irland gedreht wird. Er beschrieb sich selbst als jemanden, der immer versucht, „ein guter Soldat des Kinos“ zu sein, und betrachtete den Goldenen Löwen als „eine Medaille für meine Arbeit“.labiennale+1
Die doppelte Feier in Venedig unterstreicht Herzogs bleibenden Einfluss auf das Kino, wobei „Ghost Elephants“ seine anhaltende Faszination für die Schnittstelle zwischen menschlichem Ehrgeiz und den Geheimnissen der natürlichen Welt repräsentiert.imdb+1