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turkiyetoday+1malaymailturkiyetoday+1Die Entscheidung von Sony, den Verkauf von Discs für neue PlayStation-Spiele ab 2028 einzustellen, hat eine Welle der Frustration unter Gamern ausgelöst. Kritiker rufen zum Boykott auf und stellen Fragen zu digitalen Eigentumsrechten. Die Gegenreaktion war diese Woche auf der Gamescom in Köln deutlich zu spüren.
Obwohl Sonys Ankündigung Anfang Juli wie eine Bombe einschlug, sagen Branchenbeobachter, dass die Entwicklung absehbar war. Digitale Downloads machten laut Zahlen, die Sony Ende Juli veröffentlichte, bereits Anfang 2026 fast 82 % der Spielverkäufe auf PS4 und PS5 aus.turkiyetoday+1
"Die digitale Distribution hat in den letzten 10 Jahren physische Datenträger weitgehend ersetzt", sagte Joost van Dreunen, Professor an der Stern School of Business der New York University, gegenüber AFP. Er merkte an, dass der Einzelhandel historisch gesehen 20 bis 30 Prozent der Gesamtmarge eines Disc-Verkaufs ausmacht und dass Unternehmen durch den digitalen Vertrieb über eigene Server "enorme Margen einsparen".malaymail+1
Doch die Verbraucher sehen kaum Vorteile. "Sie gehen nicht digital, um die Einsparungen an den Kunden weiterzugeben", sagte Clemens Istel, ein Sprecher der Boykottbewegung. "Sie gehen digital, um mehr Gewinn zu machen. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass der Kunde davon profitieren wird."gmanetwork+1
Der Wandel wirft praktische Bedenken für Einzelhändler und Sammler auf. Thomas Bachellerie, ein ehemaliger Spieleladen-Manager in Lyon, warnte, dass Gebrauchtverkäufe manchmal fast ein Drittel des Umsatzes der Geschäfte ausmachten – Einnahmen, die wegfallen, wenn digitale Spiele "nicht weiterverkauft oder verliehen werden können".malaymail+1
Das kommende "Grand Theft Auto VI", das am 19. November erscheint, hat zusätzliche Kritik auf sich gezogen, da die physische Spielebox nur einen Download-Code enthalten wird. "Das ist ein sehr schlechtes Zeichen", sagte Bachellerie. "Für ein Geschäft macht es fast keinen Sinn mehr, es zu verkaufen."turkiyetoday+1
Der Spezialist für Digitalrecht, Geoffray Brunaux, sagte gegenüber AFP, dass die Unterscheidung zwischen physisch und digital weniger bedeutsam sein könnte, als Verbraucher annehmen: "Ob physisch oder digital, man besitzt das Spiel nie wirklich." Spieler erwerben Lizenzen, die entzogen werden können.gmanetwork+1
Verbraucherschutzgruppen gehen bereits auf dem Rechtsweg gegen die Entwicklung vor. Im Januar erhielt die Europäische Kommission die Petition "Stop Destroying Videogames", die von fast 1,3 Millionen Menschen unterzeichnet wurde, nachdem es prominente Fälle von Spielabschaltungen gegeben hatte. Unterdessen verklagt die niederländische Verbrauchergruppe Stichting Massaschade & Consument Sony, weil sie PlayStation-Besitzer angeblich dazu zwingt, ausschließlich im PlayStation Store einzukaufen, und wirft dem Unternehmen Monopolpraktiken vor, die die digitalen Preise in die Höhe treiben.turkiyetoday+2
"Es ist eine schlechte Entscheidung", sagte der britische Entwickler Chris Bastin (34) auf der Gamescom. "Es ist das Ende einer Ära. Ich wünschte, es wäre nicht so."malaymail