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deadline+1timesofisraelnpr+1„NAZA“, eine Dokumentation der Oscar-prämierten israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor über Israels KI-gestützte Angriffe auf palästinensische Zivilisten in Gaza, feierte am 10. September bei den 83. Filmfestspielen von Venedig Premiere. Sie wurde mit stehenden Ovationen von rund 25 Minuten bedacht, den längsten in der Geschichte des Festivals.deadline+2
Der Film stieß auf heftigen Widerstand seitens des israelischen Militärs und politischer Akteure. Die israelischen Streitkräfte (IDF) erklärten am Freitag, sie wiesen die Anschuldigungen der Dokumentation „kategorisch zurück“, während der ehemalige Premierminister Naftali Bennett den Film als „Ritualmordlegende“ gegen Israel bezeichnete.timesofisrael
Die 80-minütige Dokumentation wurde über fast drei Jahre hinweg heimlich auf den Dächern von Tel Aviv gedreht. Sie zeigt 24 Whistleblower aus dem israelischen Militär und Geheimdienst, deren Gesichter und Stimmen digital verändert wurden. Die Befragten beschreiben ein KI-gestütztes System namens „Lavender“, das auf der Massenüberwachung des Telekommunikationsnetzes im Gazastreifen basiert, um Ziele anhand von Telefonaten, Bewegungen und sozialen Interaktionen zu identifizieren.prothomalo+3
„Es geschah in riesigem Ausmaß, wie in einer Fabrik“, sagt ein Befragter im Film. Ein anderer beschreibt den Prozess des Tötens aus der Ferne als „wahnsinnig spaßig“ und vergleicht ihn mit einem Videospiel. Der Titel leitet sich von einem hebräischen Militärakronym für die Anzahl der Zivilisten ab, deren Tod bei einem geplanten Luftangriff erwartet wird, was einer im Voraus genehmigten Schwelle für zivile Opfer entspricht.middleeastmonitor+2
Abraham erklärte gegenüber der Associated Press, dass der Ansatz der Filmemacher unkompliziert gewesen sei: „Wir haben diese Offiziere und Soldaten einfach gebeten, von ihren Erfahrungen zu berichten.“ Die Dokumentation baut auf früheren Recherchen auf, die vom Magazin +972, dem hebräischsprachigen Medium Local Call und dem Guardian veröffentlicht wurden.timesofisrael+3
Die IDF kritisierte, dass sich der Film auf anonyme Quellen stützt, und erklärte, die Identität der Whistleblower könne „nicht überprüft werden“, ebenso wenig wie die Frage, ob und in welcher Funktion sie im Militär gedient haben. Das Militär betonte, dass alle Angriffsentscheidungen „ausschließlich von menschlichem Personal, und nicht von künstlicher Intelligenz“ getroffen würden und dass man im Einklang mit dem Völkerrecht „Terrororganisationen, allen voran die Hamas“, ins Visier nehme.timesofisrael
Bennett schrieb am 11. September auf X: „Wenn Israel den Menschen in Gaza schaden wollte, würden wir nicht unsere Söhne und Töchter aussenden, um von Haus zu Haus, durch Gassen und Tunnel zu kämpfen, unter dem schrecklichen Preis, dass unsere eigenen Soldaten getötet und verwundet werden.“timesofisrael
„NAZA“ wurde erst am 23. August nachträglich in den Hauptwettbewerb des Festivals aufgenommen, nachdem die Produzenten die Anonymisierung ihrer Quellen abgeschlossen hatten. Es war der einzige Dokumentarfilm, der im diesjährigen Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurrierte, der am Samstag mit der Bekanntgabe der Jurypreise unter dem Vorsitz von Maggie Gyllenhaal endet. Abraham und Szor gewannen zusammen mit den palästinensischen Co-Regisseuren Basel Adra und Hamdan Ballal 2025 den Oscar für den besten Dokumentarfilm für „No Other Land“, der von der Gewalt israelischer Siedler im besetzten Westjordanland handelt.labiennale+3
Die nordamerikanische Premiere des Films ist für das New York Film Festival 2026 geplant, das vom 25. September bis zum 12. Oktober stattfindet.wikipedia