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bloomberg+1brusselssignalbrusselssignal+1Die Europäische Zentralbank steht davor, ihren Einlagensatz bei ihrer Sitzung am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,5 % zu anheben. Direktoriatsmitglied Isabel Schnabel erklärte, dass eine weitere geldpolitische Straffung notwendig sei, um die durch den andauernden Nahost-Konflikt und eine unerwartet starke Wirtschaft in der Eurozone angetriebene Inflation einzudämmen.
«Beim derzeitigen Leitzins ist es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig zum Zielwert zurückkehrt. Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein», sagte Schnabel in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit Bloomberg. Die deutsche Währungshüterin warnte, dass das Verbraucherpreiswachstum aufgrund hoher Energiekosten voraussichtlich für einen «längeren Zeitraum» über 2 % liegen werde. Wer darauf warte, dass Preissteigerungen auf die Löhne durchschlagen, riskiere als Währungshüter hinter die Kurve zu geraten.bloomberg+3
Schnabel verwies auf die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Eurozone als Bekräftigung für Handlungsbedarf. Die Wirtschaftsleistung wuchs im zweiten Quartal um 0,4 % und damit doppelt so stark wie von Ökonomen prognostiziert, wobei Finanzpolitik, Verteidigungsausgaben und der globale KI-Boom als Haupttreiber fungierten. Am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten, dass das deutsche Wachstum stärker war als ursprünglich geschätzt.theedgemalaysia+1
Beim Thema Energie bezeichnete Schnabel die Entwicklungen beim Erdgas als «besonders besorgniserregend». Der Monatskontrakt am niederländischen TTF schloss am 24. August bei über 68 Euro pro Megawattstunde und lag damit mehr als doppelt so hoch wie vor Beginn des Iran-Krieges. Die Preise sind seit Jahresbeginn um rund 120 % gestiegen, da die Straße von Hormus faktisch blockiert bleibt.brusselssignal
Drei Insider berichteten der Nachrichtenagentur Reuters am 25. August, dass die Währungshüter im September zu einer Anhebung um 25 Basispunkte neigten. Dies würde den Einlagensatz nach der Anhebung im Juni, der ersten der EZB seit fast drei Jahren, von 2,25 % auf 2,5 % anheben. Dieselben Quellen gaben jedoch an, dass wenig Bereitschaft bestehe, über diese Sitzung hinaus weitere Straffungen zu signalisieren.fxstreet+1
Die Geldmärkte preisen den September-Schritt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 93 % ein, wobei bis Jahresende insgesamt etwa 38 Basispunkte an Straffung erwartet werden. Dies impliziert eine sichere Zinsanhebung und eine gewisses Chance auf eine weitere. Der Euro handelte nach den Berichten nahe 1,1670 US-Dollar.finimize+1
Die Anhebung im September würde den Einlagensatz an die Obergrenze der Spanne bringen, die EZB-Chefvolkswirt Philip Lane als neutralen Bereich beschrieben hat, also jenes Niveau, bei dem die Kreditkosten die Wirtschaft weder anregen noch bremsen. Jenseits dieser Schwelle würde jede weitere Erhöhung das Wachstum aktiv dämpfen.theedgemalaysia+1
Schnabel lehnte es ab zu präzisieren, wie weit die Zinsen letztlich steigen könnten, und sagte lediglich, dass die Märkte «unsere Reaktionsfunktion offenbar sehr gut verstehen» und dass der Pfad von den eingehenden Daten abhängen werde. Der EZB-Rat wird vor seiner Sitzung noch eine weitere wichtige Kennzahl erhalten: Eurostats Erstschätzung für die August-Inflation, die am 1. September ansteht.brusselssignal+1