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handelsblatt+1azernews+1europarl.europa+1Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, bezeichnete die jüngste Entwicklung der Energiepreise am Montag als "ziemlich besorgniserregend". Sie warnte, dass sich der Konflikt im Nahen Osten als weitaus hartnäckiger erwiesen habe als erwartet und zunehmende Risiken für die europäische Wirtschaft berge, während der Kontinent mit historisch niedrigen Gasreserven in den Winter geht.
Auf einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin sagte Schnabel, die Bedrohung durch die Energiepreise gehe weit über Rohöl hinaus und umfasse auch raffinierte Produkte wie Diesel und Erdgas, das sie als auf einem "sehr hohen Preisniveau" befindlich bezeichnete. Sie ließ die nächsten politischen Schritte der EZB offen und erklärte, künftige Zinsentscheidungen würden "auf der Grundlage der eingehenden Daten" getroffen, nachdem in der Vorwoche eine Zinserhöhung erfolgt war.handelsblatt+1
Die europäischen Erdgaspreise befinden sich auf einem Vierjahreshoch, was teilweise auf einen verzögerten Beginn der Wiederbefüllung der Speicher zu Beginn des Jahres zurückzuführen ist. Die Länder hatten mit dem Gaskauf gezögert, in der Hoffnung, dass sich der Iran-Konflikt entspannen und die Preise fallen würden – eine Wette, die nicht aufging. Da die Speicherstände nun weit unter den historischen Durchschnittswerten liegen, treibt der Ansturm auf die Gasbeschaffung vor dem Winter die Preise weiter in die Höhe.handelsblatt
Die Gasspeicher der EU sind laut mehreren Quellen zu etwa 67 Prozent gefüllt, was etwa 19 Prozentpunkte unter dem fünfjährigen Saisondurchschnitt liegt. Zu Beginn der sommerlichen Einspeisesaison im April lag die durchschnittliche Auslastung der EU-Speicher bei nur 28 Prozent – der niedrigste Stand seit 2018. Obwohl die Einspeisung über den Sommer fortgesetzt wurde, reichte das Tempo nicht aus, um die Lücke zu schließen.azernews+3
Wood Mackenzie warnte im Juli, dass die europäischen Speicher vor dem Winter unter 70 Prozent zu fallen drohten, wobei die Spotgaspreise seit Mitte Juni bereits um mehr als 50 Prozent gestiegen waren. Die Weltbank prognostizierte im April, dass die allgemeinen Rohstoffpreise im Jahr 2026 um 16 Prozent steigen würden, getrieben durch explodierende Energie- und Düngemittelkosten im Zusammenhang mit dem Konflikt.worldbank+1
Die Energieverknappung wirkt sich auf die gesamte europäische Wirtschaft aus. Die Inflation in der EU wird laut einem Briefing des Europäischen Parlaments im Jahr 2026 voraussichtlich 3,1 Prozent erreichen, wobei viele Mitgliedstaaten bereits Notfallmaßnahmen zur Energieeinsparung oder Unterstützungsprogramme für Verbraucher umsetzen. In Griechenland könnten die Heizölpreise in der kommenden Saison auf etwa 1,80 Euro pro Liter steigen, was einem Anstieg von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorwinter entspricht und die Regierung dazu veranlasst, zusätzliche Unterstützung für Haushalte in Erwägung zu ziehen.europarl.europa+1
Schnabels Äußerungen unterstreichen das Dilemma der EZB: Eine anhaltende, energiegetriebene Inflation könnte eine weitere geldpolitische Straffung erfordern, selbst wenn die höheren Kosten das Wachstum und die Haushaltsbudgets im gesamten Euroraum belasten.