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bloomberg+1finance.yahoo+1euronewsDie europäischen Erdgaspreise stiegen am Donnerstag auf ein Fünfmonatshoch, da die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus das weltweite LNG-Angebot verknappt und Sorgen über die Fähigkeit des Kontinents schürt, vor dem Winter ausreichende Reserven aufzubauen.
Der Referenzpreis für niederländische TTF-Futures sprang um bis zu 3,9 Prozent nach oben und überschritt laut Bloomberg erstmals seit März die Marke von 65 Euro pro Megawattstunde. Der Anstieg erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne für einen sogenannten "wirtschaftlichen D-Day" gegen den Iran angekündigt hatte, was die Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung der kritischen Wasserstraße, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Gases fließen, dämpfte.euronews+1
Die Blockade hat die LNG-Lieferungen aus Katar gestoppt und europäische Versorger dazu gezwungen, in einem engen globalen Markt aggressiv um Ladungen zu konkurrieren. Die EU-weiten Gasspeicher waren am Donnerstag nur zu 62 Prozent gefüllt, ein Rückgang gegenüber 74 Prozent zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie Daten von Gas Infrastructure Europe laut Reuters zeigen.tradingview+1
Deutschland steht vor einem besonders akuten Engpass. Laut Gas Infrastructure Europe waren die unterirdischen Speicheranlagen des Landes am Mittwoch nur zu etwas mehr als 50 Prozent gefüllt – etwa ein Viertel unter dem Vorjahresniveau und mehr als 45 Prozentpunkte niedriger als in den Jahren 2023 und 2024. FNB Gas, ein Verband deutscher Gasfernleitungsnetzbetreiber, warnte am Mittwoch, dass das Regierungsziel von 71 Prozent Speicherfüllstand bis zum 1. November nun "praktisch unerreichbar" sei.dw
US-LNG-Ladungen, die zuvor nach Europa flossen, werden zunehmend nach Asien umgeleitet, wo Käufer attraktivere Renditen geboten haben. Die US-LNG-Lieferungen nach China, Japan, Südkorea, Taiwan und Indien haben sich zwischen März und Juli verdreifacht und Rekordwerte erreicht, so Euronews. Das Energiemarkt-Analyseunternehmen Montel schätzt, dass Europa zwischen Mai und Juli durchschnittlich nur 105 LNG-Ladungen pro Monat erhielt – weit weniger als die etwa 130, die benötigt würden, um die Speicher bis November auf annähernd 80 Prozent zu bringen.euronews
Um bis November auch nur 80 Prozent Speicherfüllstand zu erreichen, müsste Europa bis Oktober jeden Monat mehr als 140 LNG-Schiffe anziehen, eine Zahl, die Montel für unwahrscheinlich hält, sofern die Preise nicht deutlich steigen oder die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.euronews
Trotz des Defizits wies die Europäische Kommission Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Krise zurück. "Wir sind sehr nah an 62 Prozent. Es gibt keine unmittelbare Sorge um die Sicherheit der Gasversorgung in der EU vor der nächsten Wintersaison", sagte Sprecherin Eva Hrncirova am Donnerstag vor Reportern.finance.yahoo
Verbraucherschützer sind weniger zuversichtlich. Ramona Pop, Geschäftsführerin des Verbraucherzentrale Bundesverbands in Deutschland, forderte Haushalte auf, "jetzt zu prüfen, ob ihr Vertrag einen Festpreis beinhaltet, der über den Winter hinausreicht", und warnte vor steigenden Gasrechnungen.dw