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economictimes+1euronews+1reutersEs wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,5 % anheben wird, wenn ihr Rat am Donnerstag, den 10. September, zusammentritt. Der Grund dafür sind erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran, die die Energiekosten in die Höhe treiben und die Inflation in der Eurozone weiter über ihr Ziel steigen lassen.
Alle 65 in einer Reuters-Umfrage befragten Ökonomen sagten die Anhebung um einen Viertelpunkt voraus, verglichen mit 83 % in der vorherigen Umfrage. Damit ist dies die am deutlichsten angekündigte EZB-Entscheidung seit Monaten. Der Schritt wäre die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr, nachdem die EZB die Zinsen im Juni zum ersten Mal seit 2023 angehoben hatte.global.morningstar+1
Die Inflation in der Eurozone stieg im August laut einer Erstschätzung von Eurostat Euronext N.V. von 2,9 % im Juli auf 3,3 %. Der Wert, ein Dreijahreshoch, wurde fast ausschließlich von den Energiekosten getrieben, die im Jahresvergleich um 14,3 % stiegen, da gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran auf Schiffe in der Straße von Hormus Befürchtungen anhaltender Lieferunterbrechungen schürten.economictimes+1
Die Kerninflation, bei der Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak herausgerechnet werden, sank von 2,5 % auf 2,4 %, während die Dienstleistungsinflation, eine von der EZB genau beobachtete Kennzahl, von 3,3 % auf 3,0 % fiel. Diese Unterscheidung steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte darüber, ob die Anhebung am Donnerstag die richtige Entscheidung ist.euronews+1
"Wir halten eine weitere Anhebung für einen Fehler, da es kaum Anzeichen für Zweitrundeneffekte gibt", sagte Felix Schmidt, Senior Economist bei der Berenberg Bank, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Man kann einen Angebotsschock nicht mit einer strafferen Geldpolitik bekämpfen."hurriyetdailynews
Die europäischen Märkte spiegelten am Montag die verunsicherte Stimmung wider. Der europaweite STOXX 600 gab um 0,1 % nach, während Energieaktien um 1,2 % zulegten, da Futures für Rohöl der Sorte Brent um mehr als einen Dollar pro Barrel stiegen. Der Schweizer Leitindex fiel um 1,2 %, belastet durch Novartis , deren Aktie um 3,3 % nachgab, nachdem ein experimentelles Medikament in einer späten Studienphase durchgefallen war. Wegen der Schließung der US-Märkte aufgrund des Feiertags Labor Day wurde ein geringes Handelsvolumen erwartet.economictimes
Trotz der nahezu einhelligen Erwartung einer Zinserhöhung ergab die Reuters-Umfrage, dass 83 % der Ökonomen davon ausgehen, dass der Einlagensatz das Jahr bei 2,5 % beenden wird. Dies deutet darauf hin, dass der Anstieg am Donnerstag der letzte in dem von Reuters als kürzeste Zinserhöhungskampagne der EZB seit 15 Jahren beschriebenen Zyklus sein könnte. Andrew Kenningham, Chefökonom für Europa bei Capital Economics, bezeichnete die Anhebung als "sicher", merkte jedoch an, dass sich die EZB von den neuen Wachstums- und Inflationsprognosen leiten lassen wird, die zusammen mit der Entscheidung veröffentlicht werden.reuters+1
Die Anleger werden im weiteren Verlauf der Woche auch auf die US-Verbraucherpreisdaten blicken. Ein stärker als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht schürte die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve mit einer eigenen Zinserhöhung nachziehen könnte.economictimes