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reuters+1reuters+1marketscreenerEuropäische Aktien fielen am Mittwoch auf ein Monatstief, da ein globaler Ausverkauf an den Anleihemärkten und stark steigende Ölpreise infolge des eskalierenden militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Anlegerstimmung auf dem gesamten Kontinent schwer belasteten.
Der europaweite STOXX 600 verlor im Morgenhandel laut Reuters 0,3% auf 645,42 Punkte, wobei Einzelhandelswerte mit einem Minus von 1,5% die Verluste anführten. Der deutsche DAX gab um 0,3% nach, während der französische CAC 40 um 0,4% fiel und knapp ein Zweimonatstief erreichte. Der britische FTSE 100 legte leicht zu, gestützt von Schwergewichten aus dem Öl- und Rohstoffsektor.finance.biggo+2
Das US-Militär startete innerhalb von drei Tagen eine zweite Welle von Luftangriffen auf iranische Militärziele, während der Iran angab, mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Jordanien und Bahrain vergolten zu haben. US-Präsident Donald Trump spielte die Aussichten auf eine baldige diplomatische Lösung herunter.reuters+1
Der Preis für Brent-Öl stieg über 95 US-Dollar pro Barrel und erreichte damit ein Sechswochenhoch. Die europäischen Erdgaspreise kletterten auf den höchsten Stand seit Januar 2023, wobei der TTF-Kontrakt für Oktober im Wochenverlauf um mehr als 10% zulegte. Der Energieschock erfasste auch die Rentenmärkte und trieb die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit April 2011. Anleger räumen einer Anhebung des Einlagensatzes der Europäischen Zentralbank auf 3% bis März 2027 nun eine Chance von etwa 35 bis 40% ein, verglichen mit 25% in der Vorwoche.finance.biggo+2
Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG fielen, nachdem die Fluggesellschaft Flüge nach Dubai, Abu Dhabi, Amman, Beirut und zu mehreren anderen Zielen am Golf bis mindestens Ende Oktober ausgesetzt hatte. Nokia gewann fast 2%, nachdem der Indexanbieter STOXX bekannt gegeben hatte, dass der finnische Telekommunikationsausrüster wieder in den Euro STOXX 50 aufgenommen wird und dort Volkswagen ersetzt.marketscreener+2
Die Inflation in der Eurozone beschleunigte sich im August von 2,9% im Juli auf 3,3%, der höchste Wert seit September 2023. Dies verstärkte die Erwartungen, dass die EZB die Zinsen auf ihrer Zinssitzung in der kommenden Woche um einen Viertelprozentpunkt anheben wird. Die Deutsche Bank legte um 2,2% zu, nachdem Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. die Aktie auf "Kaufen" hochgestuft hatte, während Bankenwerte generell dazu beitrugen, die Verluste des STOXX 600 zu begrenzen.finance.yahoo+2
Mark Haefele, Chefanlagestratege bei UBS Global Wealth Management, zeigte sich trotz der Turbulenzen verhalten optimistisch. "Eine sich verbessernde Konjunktur, stärkere Gewinne und angemessene Bewertungen stützen weitere Zugewinne", schrieb er und behielt seine Einstufung "Attraktiv" für Aktien aus der Eurozone bei.marketscreener
Die Märkte richten ihren Blick nun auf die US-Arbeitsmarktdaten des privaten Sektors von ADP am späteren Mittwoch sowie den Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft für August am Freitag. Analysten warnten, dass starke Daten die Zinserhöhungserwartungen schüren würden, während schwache Daten Stagflationsängste wecken könnten, wodurch Aktien in beiden Szenarien anfällig bleiben.finance.biggo+1