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eenews+1brusselssignal+1eenewsWährend Waldbrände diese Woche die Außenbezirke von Bordeaux und Madrid bedrohten, mehr als 300 000 Menschen zur Flucht zwangen und über 160 000 Hektar Land in Frankreich und Spanien vernichteten, drängen europäische Finanzregulierer Brüssel zum Handeln angesichts einer wachsenden, durch den Klimawandel verschärften Versicherungskrise.eenews+2
Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) und der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) veröffentlichten im April ein Diskussionspapier, das einen kontinentweiten Versicherungspool für Naturkatastrophen vorschlägt, der durch ein kreditbasiertes öffentliches Sicherheitsnetz abgesichert ist. Der Vorschlag baut auf einem gemeinsamen Papier der EIOPA und der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Dezember 2024 auf, das ein öffentlich-privates Rückversicherungssystem auf EU-Ebene sowie einen separaten, durch Mitgliedsstaaten finanzierte Katastrophenfonds fordert.brusselssignal+3
Das Kernproblem: Laut EIOPA waren seit 1980 nur etwa ein Viertel der wirtschaftlichen Verluste durch Naturkatastrophen in der EU versichert. Die Modellrechnungen der Behörde deuten darauf hin, dass ein europäischer Pool diese Versicherungslücke von 75 Prozent auf etwa 10 Prozent reduzieren könnte, wobei das Sicherheitsnetz eine Kapazität von bis zu 65 Milliarden Euro erfordern würde. EIOPA-Chefin Petra Hielkema warnte vor der Entstehung von "Versicherungswüsten" in Hochrisikoregionen, in denen Versicherer ihren Schutz vollständig zurückziehen.eiopa.europa+1
Nicht alle Parteien stimmen diesem Ansatz zu. Die in Brüssel ansässige Kampagnengruppe Finance Watch argumentierte, dass das Design "Verluste vergemeinschaften würde, ohne die zugrunde liegenden Risiken zu reduzieren", und forderte stattdessen höhere Investitionen in die Prävention. Die Ratingagentur Morningstar DBRS bewertete den Plan als moderat positiv für private Versicherer, da er nationale Systeme ergänzen statt ersetzen würde.brusselssignal
Auf den Kapitalmärkten erklärte SCOR CEO Thierry Léger während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 30. Juli, dass Katastrophenanleihen für Waldbrände weiterhin durch unterentwickelte Risikomodelle begrenzt seien. "Die Modelle sind heute nur sehr wenig entwickelt, und um Deckungen vom Typ ILS anzubieten, benötigt man wirklich zuverlässige Modelle", sagte Léger und fügte hinzu, dass "die Menge der ILS-Emissionen nur mit der Qualität der Modellierung steigen wird".artemis
Die Europäische Kommission soll im Laufe des Jahres 2026 einen Vorschlag zur Klimaresilienz und zum Risikomanagement vorlegen. Frankreich hat bereits im Januar 2025 den obligatorischen Aufschlag zur Finanzierung seines nationalen CatNat-Katastrophensystems von 12 auf 20 Prozent erhöht, während der deutsche Versicherungsverband gewarnt hat, dass sich die Sachversicherungsprämien innerhalb eines Jahrzehnts verdoppeln könnten. Da Waldbrände weiterhin Südeuropa bedrohen und die Temperaturen voraussichtlich extrem bleiben werden, wächst der politische Druck für eine koordinierte EU-Reaktion.bbc+2