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reutersaljazeera+1rigzone+1Claudio Descalzi, CEO von Eni , warnte laut Reuters, dass der globale Ölmarkt Gefahr läuft, spätestens bis zum ersten Quartal 2027 aus seiner aktuellen Spanne von 80 bis 100 Dollar pro Barrel auszubrechen – eine Entwicklung, die die Inflation ankurbeln und energieimportierende Volkswirtschaften belasten würde.reuters+1
Die am Samstag veröffentlichte Prognose kommt zu einer Zeit, in der erneute Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört und neue Unsicherheit in die globalen Energiemärkte gebracht haben.
Descalzis Warnung fällt in eine turbulente Woche für den Ölmarkt. Am Dienstag griff der Iran drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus an, was die USA zu Vergeltungsschlägen und zum Widerruf einer vorübergehenden Sanktionsausnahme für iranisches Öl veranlasste. Präsident Trump erklärte den Waffenstillstand mit dem Iran für beendet und drohte mit der Verhängung einer Seeblockade.aljazeera+2
Brent-Rohöl stieg am Mittwoch um mehr als 4 % – der größte Tagesgewinn seit Juni –, bevor es sich wieder im Bereich von Mitte 70 Dollar einpendelte, während Mediatoren versuchten, eine Rückkehr zum umfassenden Krieg zu verhindern. Der Tankerverkehr durch die Straße verlangsamte sich im Laufe der Woche, als sich die Sicherheitslage verschlechterte.cnbc+1
Descalzis bullische Prognose steht im Kontrast zu anderen Vorhersagen. Der kurzfristige Energieausblick der U.S. Energy Information Administration vom Juli prognostiziert für 2026 einen Brent-Durchschnitt von etwa 82 Dollar pro Barrel und einen Rückgang auf etwa 65 Dollar im Jahr 2027, wobei auf anhaltende Lagerbestandsaufbauten verwiesen wird. Barclays senkte Ende Juni seine Brent-Prognose für 2027 von 88 auf 85 Dollar pro Barrel, unter Verweis auf die damals verbesserten Ströme durch Hormus.rigzone+1
Enverus Intelligence Research prognostizierte jedoch im März, dass Brent im Jahr 2027 durchschnittlich 100 Dollar pro Barrel erreichen könnte, falls die Straße weitgehend geschlossen bleibt, was eher mit Descalzis Szenario übereinstimmt.enverus
Bloomberg berichtete am Samstag, Descalzi habe gesagt, es sei „möglich“, dass sich die Energiekrise kurzfristig verschärfe. Die Internationale Energieagentur hatte auf einen potenziellen Ölüberschuss im Jahr 2027 hingewiesen, falls sich die Ströme durch Hormus vollständig erholen würden, doch die Eskalation dieser Woche hat Zweifel an dieser Annahme aufkommen lassen.facebook+1
Die Divergenz unter den Prognostikern unterstreicht eine zentrale Spannung: Wenn die Diplomatie den stabilen Schiffsverkehr durch Hormus wiederherstellen kann, könnten die Preise in Richtung der niedrigeren EIA-Prognosen sinken. Sollte der Konflikt jedoch andauern, wie Descalzi warnt, stehen die Märkte vor einem Ausbruch über die Spanne, die den Ölhandel für einen Großteil des Jahres 2026 definiert hat.