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npr+1ilsole24ore+1reuters+1Die Renditen für Staatsanleihen in der Eurozone stiegen am Mittwoch auf ihre höchsten Stände seit etwa einem Monat, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die Absichtserklärung, die dem Waffenstillstand mit dem Iran zugrunde lag, sei „vorbei“. Dies ließ die Ölpreise stark ansteigen und fachte die Erwartungen einer weiteren Straffung durch die Europäische Zentralbank erneut an.
Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe, der Benchmark für die 21 Mitglieder der Eurozone, kletterte am Mittwoch laut Marktdaten des Wall Street Journal auf bis zu 3,076 %, nach einem Tagestief von 2,991 %. Der Anstieg erfolgte, nachdem Brent-Rohöl nach Trumps Äußerungen auf dem NATO-Gipfel in der Türkei um etwa 5 % in die Höhe schnellte, wo er die Absichtserklärung mit dem Iran als „Zeitverschwendung“ bezeichnete und erklärte, das Abkommen sei beendet.wsj+4
Die Rendite der 10-jährigen französischen OAT stieg laut Il Sole 24 Ore Euronext N.V. auf 3,90 %, den höchsten Stand seit 2009. Die französische Rendite hatte diese Schwelle bereits im Mai aufgrund breiterer fiskalischer Bedenken erreicht, doch die durch das Öl ausgelösten Inflationsängste am Mittwoch drückten sie wieder auf dieses Niveau. Daten von Trading Economics zeigten, dass die französische 10-Jahres-Rendite gegenüber der vorangegangenen Sitzung um 12 Basispunkte stieg.lemonde+2
Der Ausverkauf bei den Anleihen spiegelte eine schnelle Neubewertung der EZB-Zinserwartungen wider. Die Zentralbank hatte ihren Einlagensatz auf ihrer Sitzung am 11. Juni von 2 % auf 2,25 % angehoben – die erste Erhöhung seit 2023 –, um die durch die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiekosten getriebene Inflation zu bekämpfen. Die politischen Entscheidungsträger hatten seitdem Geduld signalisiert, wobei Reuters Ende Juni berichtete, dass der rasche Rückgang der Ölpreise die Dringlichkeit für weitere Maßnahmen verringert habe.reuters+2
Doch Trumps Erklärung hat dieses Kalkül über den Haufen geworfen. Vor Mittwoch hatten die Geldmärkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa eins zu drei für eine Zinserhöhung am 23. Juli eingepreist, wobei eine vollständige Erhöhung erst für Oktober erwartet wurde. Analysten zufolge dürfte der erneute geopolitische Schock diese Erwartungen nun vorziehen.reuters+1
Die Eskalation markiert den Zusammenbruch eines diplomatischen Rahmens, der die Märkte kurzzeitig beruhigt hatte. Die USA und der Iran unterzeichneten im Juni eine Absichtserklärung, die eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt forderte. Die Ölpreise waren von ihren Krisenhöchstständen nahe 90 US-Dollar pro Barrel bis Anfang Juli auf unter 73 US-Dollar zurückgegangen.reuters+1
Die EZB trifft sich das nächste Mal am 23. Juli. Ein EZB-Insider sagte Reuters letzten Monat, dass es einen neuen Anstieg des Ölpreises auf über 100 US-Dollar pro Barrel bräuchte, um eine Zinserhöhung bei dieser Sitzung auszulösen. Da Brent nun von den Vorkrisentiefs aus stark ansteigt, könnte diese Schwelle schneller näher rücken, als die politischen Entscheidungsträger erwartet hatten.finance.yahoo