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reutersreuters+1finance.yahoo+1Die Deutsche Bank und die UBS haben am Dienstag besser als erwartet ausgefallene Gewinne für das zweite Quartal vorgelegt. Damit setzten sie eine Rally fort, die den STOXX Europe 600 Banks Index auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hat. Doch obwohl die europäischen Institute starke Zahlen präsentierten, hinkten ihre Handelsabteilungen der Rekordjagd an der Wall Street hinterher.
Die Deutsche Bank verzeichnete einen Anstieg des Gewinns nach Steuern um 10 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, den höchsten Wert, den sie je in einem zweiten Quartal erzielt hat. Die Erträge im Investmentbanking sprangen dabei um 19 Prozent nach oben, was deutlich über dem von Analysten erwarteten Plus von 7,6 Prozent lag. Die UBS meldete einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei einem Umsatzanstieg von 16 Prozent. Zudem kündigte die Bank an, bis Ende des Jahres eigene Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Auch Standard Chartered und Barclays übertrafen die Prognosen: Barclays meldete einen Anstieg des Vorsteuergewinns um über 30 Prozent und ein Ertragsplus von 16 Prozent auf 8,3 Milliarden Pfund.db+4
Die Ergebnisse gaben einem Index weiteren Auftrieb, der laut Bloomberg seit Anfang 2024 um rund 143 Prozent zugelegt hat. Die europäischen Banken profitierten dabei von höheren Zinsen, Kostendisziplin und einer gestiegenen Kundenaktivität.stoxx+1
Das starke Abschneiden der Europäer verblasste dennoch im Vergleich zu den US-Konkurrenten. Goldman Sachs (The Goldman Sachs Group, Inc. ) meldete im Aktienhandel Erträge von 7,42 Milliarden Dollar, was einem Sprung von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. JPMorgan Chase stellte eigene Rekorde auf: Die Erträge im Aktienhandel schossen um 86 Prozent auf 6 Milliarden Dollar nach oben, während die Gesamterträge im Marktgeschäft 12,1 Milliarden Dollar erreichten.finance.yahoo+1
Die Erträge der UBS im Aktienhandel stiegen um 53 Prozent, angetrieben durch ein höheres Volumen im Kassamarkt und eine starke Dynamik im asiatisch-pazifischen Raum. Doch wie Bloomberg anmerkte, blieb selbst dieser Wert hinter den Erfolgen der US-Banken zurück. Die Aktien von Barclays brachen kräftig ein, der stärkste Rückgang seit über einem Jahr, obwohl die Erträge im Aktienhandel um 45 Prozent gestiegen waren. Die Anleger maßen die Ergebnisse an der deutlich höheren Messlatte, die die Wall Street vorgegeben hatte.bloomberg+3
Diese Kluft verdeutlicht eine strukturelle Herausforderung für europäische Investmentbanken. Reuters merkte an, dass die Deutsche Bank „an die gläserne Decke Europas stößt“, da die Geldhäuser des Kontinents nach wie vor nicht mit der Größe und dem Marktanteil ihrer amerikanischen Konkurrenten mithalten können. Die Analysten von Goldman Sachs hatten für die europäischen Banken insgesamt einen Anstieg des Vorsteuergewinns im zweiten Quartal um 11 Prozent prognostiziert, ein solides Ergebnis, das dennoch hinter dem explosiven Wachstum der US-Handelsabteilungen zurückbleibt.reuters+1
Da die Bewertungen europäischer Banken nach wie vor weit unter ihren Höchstständen vor der Finanzkrise liegen und die Wall Street ihre Dominanz auf den globalen Märkten weiter festigt, dürfte die Kluft zwischen starker operativer Leistung und der Zufriedenheit der Anleger die Entwicklung der Branche auch in Zukunft prägen.