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wikyreutersinvestingliveDie Zentralbanken in Australien und Neuseeland warnten am Dienstag vor steigenden Inflationsrisiken durch anhaltend hohe Ölpreise. Spitzenvertreter beider Institutionen betonten, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten, um den Preisauftrieb einzudämmen.
Die Gouverneurin der Reserve Bank of New Zealand, Anna Breman, erklärte, dass bei anhaltenden Ölpreisanstiegen die kurzfristige Inflation über den Prognosen der Zentralbank vom September liegen könnte. "Die jüngsten Anstiege der globalen Ölpreise und der langfristigen Zinsen spiegeln das herausfordernde Umfeld wider, dem wir gegenüberstehen", sagte Breman in einer Rede in Dunedin. "Sollten die höheren Ölpreise anhalten, ist mit einer etwas höheren kurzfristigen Inflation zu rechnen, als wir in der September-Erklärung angenommen haben."bloomberg+1
Die RBNZ hatte ihren Leitzins bei ihrer Sitzung im September um einen Viertelprozentpunkt auf 2,75 % angehoben, prognostizierte jedoch einen graduelleren Straffungspfad als von den Märkten erwartet. Die Zentralbank hatte vorhergesagt, dass die Verbraucherpreisinflation im Septemberquartal leicht auf 3,9 % von 4,1 % im Vorquartal sinken würde. Breman merkte an, dass die wirtschaftliche Erholung zwar anhalte, der Fortschritt jedoch ungleichmäßig sei und "erhebliche Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick bestehen bleiben". Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 75 % ein, dass die RBNZ bei ihrem Treffen am 28. Oktober die Zinsen erneut auf 3 % anheben wird.wiky+1
Auf der anderen Seite der Tasmansee schlug die Gouverneurin der Reserve Bank of Australia, Michele Bullock, einen ähnlich restriktiven Ton an. Bei einem Geschäftsessen erklärte sie, dass sich Aufwärtsrisiken für die Inflation angesichts erhöhter Energiepreise und einer überschüssigen Binnennachfrage "materialisieren könnten". Die Kerninflation in Australien liegt bei 3,6 % und damit deutlich über dem Zielbereich der RBA von 2 % bis 3 %. Das Gremium hat den Leitzins seit Februar bereits um 75 Basispunkte auf ein Post-Pandemie-Hoch von 4,35 % angehoben.reuters
Bullock sagte, eine Arbeitslosenquote im Bereich von 4,5 % bis 5,0 % könnte dazu beitragen, die Inflation zu zügeln, was darauf hindeutet, dass ein gewisser Anstieg vom aktuellen Niveau von 4,5 % erforderlich sein könnte. Bereits am Dienstag bekräftigte die stellvertretende RBA-Gouverneurin Sarah Hunter diese Botschaft und sagte, die Zinsen müssten möglicherweise ein viertes Mal in diesem Jahr steigen, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. "Das Inflationsrisiko ist nach oben gerichtet", sagte Hunter und fügte hinzu, dass das Gremium bei einer Materialisierung dieser Risiken "definitiv prüfen würde, ob der Leitzins angehoben werden muss".investing+1
Die Warnungen von RBNZ und RBA erfolgten parallel zu restriktiven Signalen anderer großer Zentralbanken. Die Präsidentin der Boston Fed, Susan Collins, sagte gegenüber Associated Press, dass die Wiederaufnahme der Kämpfe im Nahen Osten im August ein Hauptgrund für ihre Unterstützung einer Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt in der vergangenen Woche gewesen sei, und sie habe eine zweite Anhebung in diesem Jahr eingeplant. Das EZB-Direktoriumsmitglied Philip Lane sagte, eine zweite Welle von Energiepreiserhöhungen würde die Inflation weiter nach oben treiben, bevor sie ab Mitte 2027 in Richtung des Ziels sinkt. Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 95 % ein, dass die RBA bei ihrem Treffen am 29. September die Zinsen auf 4,60 % anheben wird.investinglive+1