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united24media+1ground+1lemondeDie Kapitalflucht aus Russland hat in den letzten 25 Jahren das gesamte jährliche Bruttoinlandsprodukt des Landes übertroffen und mehr als 1 Billion Dollar aus einer Wirtschaft abgezogen, die nun unter Kriegskosten, ukrainischen Drohnenangriffen und einer wachsenden Vertrauenskrise in das Bankensystem leidet.
Berechnungen des russischen Zentrums für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen, einer dem Kreml nahestehenden Einrichtung, zeigen, dass die kumulativen Kapitalabflüsse aus dem Realsektor zwischen 2001 und 2025 110 % des BIP überstiegen, wobei die Gesamtabflüsse der gesamten Wirtschaft laut The Moscow Times 130 % des BIP erreichten. Im letzten Jahrzehnt verlor der Realsektor jährlich etwa 3 % des BIP, während die Gesamtabflüsse im Durchschnitt bei 4 % bis 5 % des BIP pro Jahr lagen.united24media+2
Die russische Zentralbank klassifizierte detaillierte Daten zu Abflüssen aus dem Privatsektor nach Beginn der umfassenden Invasion in der Ukraine im Jahr 2022, aber frühere Aufzeichnungen zeigen kumulative Abflüsse von 780,8 Milliarden Dollar zwischen 2001 und 2021 sowie 907,4 Milliarden Dollar seit 1994. The Moscow Times schätzt, dass die Gesamtsumme nun 1 Billion Dollar überschritten hat. Das Rekordjahr war 2022, als mehr als 12 % des BIP das Land verließen, während westliche Unternehmen abzogen und Hunderttausende russische Bürger ihre Ersparnisse ins Ausland verlagerten.unn+2
Der Trend hat sich 2026 beschleunigt. Die Zentralbank meldete allein im zweiten Quartal einen Rekordwert von 12,2 Milliarden Dollar an nicht erfassten Kapitalabflüssen, das 8,7-fache des Wertes aus dem ersten Quartal und der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1994. Zwischen Februar und Juli hoben russische Bürger fast 2,6 Billionen Rubel (32,5 Milliarden Dollar) von Banken ab, wodurch die Menge des Bargelds im Umlauf auf über 21,5 Billionen Rubel stieg. Im August gaben 37 % der Befragten an, dass physisches Bargeld die beste Art der Ersparnis sei, was erstmals seit Ende 2022 Bankeinlagen übertraf.ground+1
Das mit dem Kreml verbundene CMAFP hatte Ende 2025 gewarnt, dass Russland bis Oktober 2026 in eine systemische Bankenkrise geraten könnte, falls Einleger in großem Stil Geld abziehen würden – ein Szenario, das sich nun zu bewahrheiten scheint.themoscowtimes
Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, Häfen und E-Commerce-Lagerhäuser haben die wirtschaftliche Belastung Russlands weiter verschärft. Wladimir Putin räumte am 1. September ein, dass die Angriffe Schäden in Höhe von etwa 1 % des BIP verursacht hätten. Le Monde berichtete, dass die Angriffe die russische Ölraffineriekapazität um 20 % bis 30 % reduzierten und die föderalen Öl- und Gaseinnahmen um etwa 1.500 Milliarden Rubel senkten. Die jährliche Inflation überstieg im September 6 % und wird bis Jahresende voraussichtlich 7 % erreichen, was das siebte Jahr in Folge deutlich über dem 4 %-Ziel des Kremls liegt. Am 11. September hielt die Zentralbank ihren Leitzins bei 14 % und behielt damit Kreditkosten bei, die laut Ökonomen das Wachstum im zivilen Sektor ersticken.lemonde+1
"Selbst nach offiziellen Prognosen wird das BIP 2026 voraussichtlich nicht um mehr als 1 % wachsen", sagte Pjotr Mironenko, Mitbegründer des russischen Exil-Wirtschaftsportals The Bell, gegenüber Le Monde.lemonde