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project-syndicatecnbcproject-syndicate+1China und die USA haben am 25. August in Peking den dritten Track-1,5-Dialog abgehalten. Rund 40 Vertreter aus Regierung, Thinktanks und der Wirtschaft erörterten dabei Möglichkeiten zur Stärkung des politischen Vertrauens, zum Ausbau der Handelskooperation und zur Erforschung gemeinsamer Initiativen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund eines immer weiter wachsenden Handelsüberschusses Chinas statt. Dieses Wachstum veranlasste einen der weltweit profiliertesten Ökonomen dazu, ein neues internationales Währungsabkommen nach dem Vorbild des Plaza-Akkords von 1985 zu fordern.scmp+1
Der Dialog, der gemeinsam von der Internationalen Abteilung der Kommunistischen Partei Chinas und der US-amerikanischen Asia Society veranstaltet wurde, wurde auf chinesischer Seite von Liu Haixing, dem Leiter der Internationalen Abteilung der Partei, geleitet. Zur US-Delegation gehörten John Thornton, Co-Vorsitzender des Kuratoriums der Asia Society, und Kevin Rudd, Leiter der Organisation und ehemaliger australischer Premierminister.scmp
Liu forderte beide Seiten auf, „Nullsummenspiele“ abzulehnen und eine „normale Stabilität mit kontrollierbaren Meinungsverschiedenheiten“ anzustreben. Dies solle auf der Grundlage der Vereinbarungen geschehen, die beim Treffen von Präsident Xi Jinping und Präsident Donald Trump im Mai in Peking getroffen wurden, als man sich auf eine „konstruktive chinesisch-amerikanische Beziehung von strategischer Stabilität“ einigte. Die Vertreter riefen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Handel, Gesundheit, KI und Ernährungssicherheit auf.news.cgtn+2
Die diplomatischen Bemühungen finden vor dem Hintergrund eines rasant wachsenden Handelsüberschusses Chinas statt. Am 7. September veröffentlichte Daten zeigen, dass die chinesischen Exporte im August im Jahresvergleich um 25 Prozent in die Höhe geschnellt sind, was den monatlichen Überschuss auf 119,1 Milliarden US-Dollar trieb. Der kumulierte Überschuss seit Jahresbeginn hat rund 805 Milliarden US-Dollar erreicht. Damit ist China auf dem besten Weg, den letztjährigen Rekord von 1,2 Billionen US-Dollar zu übertreffen.tomorrowsaffairs+4
In einem Beitrag für Project Syndicate vom 11. September argumentierte Jim O'Neill, der ehemalige Vorsitzende von Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. Asset Management, dass diese Ungleichgewichte ein koordiniertes internationales Handeln erfordern. „Ein neues Abkommen zur Bewältigung der heutigen globalen Ungleichgewichte wird immer notwendiger“, schrieb O'Neill und wies darauf hin, dass der chinesische Renminbi auf handelsgewichteter Basis um rund 20 Prozent unterbewertet zu sein scheint. Er schlug vor, dass das Vereinigte Königreich als Gastgeber der G20 im Jahr 2027 dazu beitragen könnte, ein modernes Äquivalent des Plaza-Akkords in die Wege zu leiten.project-syndicate+1
Unabhängig davon zeigte sich die wachsende Reichweite der chinesischen Wirtschaftdiplomatie am Samstag in Colombo. Dort forderte Dr. Chen Wenling, eine leitende Wissenschaftlerin an der Academy of Contemporary China and World Studies, eine erhebliche Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Sri Lanka. Auf dem Symposium der Freundschaftsorganisationen China-Sri Lanka schlug Chen vor, ein bilaterales Freihandelsabkommen wiederzubeleben, die chinesischen Importe srilankischer Waren zu erhöhen, Sri Lanka zu einer „maritimen Hauptstadt des Indischen Ozeans“ auszubauen und die Zusammenarbeit im Bereich KI und der digitalen Wirtschaft zu vertiefen.slguardian
O'Neills Analyse unterstrich das Spannungsfeld im Zentrum dieser Entwicklungen: Chinas Exportstärke treibt zwar seine globalen Ambitionen voran, spiegelt jedoch gleichzeitig eine schwächelnde Binnennachfrage wider, die die eigenen Wachstumsziele gefährdet. Chinas annualisiertes reales BIP-Wachstum verlangsamte sich im zweiten Quartal auf 4,3 Prozent. Ohne eine Erholung des Konsums dürfte es schwierig werden, das Regierungsziel von 4,5 bis 5 Prozent für 2026 zu erreichen.tomorrowsaffairs