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aavoltstack+1aaDie europäischen Energiemärkte geraten zunehmend unter Druck: Die Erdgaspreise klettern auf den höchsten Stand seit Jahren und die Kraftstoffpreise an den Tankstellen steigen weiter. Treiber sind der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie schrumpfende Gasreserven für den Winter.
Die wegweisenden niederländischen TTF-Terminkontrakte sprangen diese Woche laut Bloomberg auf ein Niveau, das seit Ende 2022 nicht mehr erreicht wurde. Dies verlängert eine Rallye, die durch die faktische Unterbrechung der Öl- und Gasströme durch die Straße von Hormus angeheizt wurde. Rohöl der Sorte Brent kletterte im September mit der Intensivierung des Krieges wieder über 100 Dollar pro Barrel, was sich direkt auf die Zapfsäulenpreise auf dem gesamten Kontinent auswirkte.reuters+2
Die Benzinpreise in der Europäischen Union sind seit dem Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar um 24 % und die Dieselpreise um 33 % gestiegen. Dies geht aus Daten der Europäischen Kommission hervor, die von der Nachrichtenagentur Anadolu zitiert werden. Der durchschnittliche EU-Tankstellenpreis für Euro-Super 95 kletterte bis zum 7. September auf 2,04 Euro pro Liter, verglichen mit 1,64 Euro vor Beginn des Konflikts. Die Dieselpreise stiegen noch schneller und kletterten von 1,59 Euro auf 2,11 Euro pro Liter.aa
Dänemark und Finnland verzeichneten die stärksten Zuwächse beim Benzin (jeweils rund 36 %), während Bulgarien bei Diesel einen Preissprung von rund 47 % erlebte. Tschechien, Finnland und Polen gehörten bei beiden Kraftstoffarten zu den am stärksten betroffenen Ländern, was auf unterschiedliche Steuerstrukturen, Währungseffekte und lokale Versorgungsbedingungen zurückzuführen ist.aa
Neben dem Öl bereiten auch die Aussichten für europäisches Erdgas Sorgen. Die EU-Gasspeicher waren zum 11. September nur zu 67,8 % gefüllt – rund 12 Prozentpunkte weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und 16 Punkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Internationale Energieagentur (IEA) forderte die Regierungen auf, Notfallreserven und flexiblere Lieferverträge in Betracht zu ziehen.euronews+1
Die europäischen Erdgaspreise sind im vergangenen Monat um mehr als 30 % gestiegen und liegen laut Daten von Trading Economics um über 140 % höher als vor einem Jahr. Die Europäische Kommission warnte am 8. September, dass die geopolitische Unsicherheit weiterhin für Volatilität auf den Märkten für Öl und raffinierte Produkte, insbesondere bei Diesel und Kerosin, sorge. Sie betonte jedoch, dass keine unmittelbare Bedrohung für die Ölsicherheit der EU bestehe.tradingeconomics+1
Die BBC berichtete, dass der Konflikt zur faktischen Schließung der Straße von Hormus geführt hat, was verhindert, dass Lieferungen aus der Golfregion die globalen Märkte erreichen, und Ängste vor einer erneuten Inflation schürt. Euronews wies darauf hin, dass die IEA die Länder aufforderte, vor dem Winter gemeinsam LNG-Notfallladungen zu sichern. Angesichts hinterherhinkender Speicherstände und eines Konflikts, für den keine Lösung in Sicht ist, warnte die Europäische Kommission, dass sich die Märkte in den kommenden Wochen weiter verengen könnten.bbc+2