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reutersreutersreuters+1Die südostasiatischen Staaten haben im Jahr 2026 bislang gemeinsam mehr als 20 Milliarden US-Dollar für in China hergestellte Ökotechnologie-Produkte ausgegeben. Dies entspricht einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Daten der Energie-Denkfabrik Ember zeigen. Durch diesen Nachfrageboom ist die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) zum größten Markt in Asien für chinesische Ökotechnologie-Komponenten geworden, die von Solarmodulen über Batterien und Elektrofahrzeuge bis hin zu Netzinfrastruktur reichen.moderndiplomacy+1
Die Käufe erfolgen zu einer Zeit, in der chinesische Exporteure in Europa und Nordamerika mit wachsenden Handelsbarrieren konfrontiert sind, was die sich schnell industrialisierenden Volkswirtschaften Südostasiens zu einem immer wichtigeren Alternativmarkt macht.reuters+1
Die Nachfrage in der Region erstreckt sich über praktisch alle Kategorien von Anlagen für erneuerbare Energien. Die ASEAN-Staaten haben laut Reuters knapp 7 Milliarden US-Dollar für Energiespeicherbatterien, 6,3 Milliarden US-Dollar für Elektrofahrzeuge, 4,1 Milliarden US-Dollar für Solaranlagen, 1,6 Milliarden US-Dollar für Netzkomponenten und 1,2 Milliarden US-Dollar für Heiz- und Kühlsysteme ausgegeben.reuters
Allein die Solarimporte stiegen im Jahresvergleich um fast 90 Prozent, wobei die Philippinen, Malaysia, Indonesien und Vietnam ihre Ausgaben für chinesische Solarprodukte im Vergleich zu 2025 jeweils in etwa verdoppelten. Auf ASEAN entfallen inzwischen 57 Prozent der gesamten Solarexporte Chinas nach Asien.moderndiplomacy+1
Die Ausgabenwelle spiegelt einen breiteren Wandel im chinesischen Exportprofil wider. Ökotechnologie machte im ersten Halbjahr 2026 6,6 Prozent aller chinesischen Exporte aus (140 Milliarden US-Dollar), verglichen mit 2,7 Prozent im Jahr 2020, so der am 7. September veröffentlichte China Energy Transition Review von Ember. Damit schickt sich die Ökotechnologie an, Chinas traditionellen Exporttreibern wie Kleidung, Möbeln und Haushaltsgeräten Konkurrenz zu machen.ember-energy+1
Muyi Yang, leitender Analyst bei Ember, erklärte gegenüber Latitude Media, dass die Importländer nicht nur Fertigprodukte kaufen, sondern auch weiter oben in der Lieferkette investieren, indem sie chinesische Vorprodukte nutzen, um eigene Produktionskapazitäten aufzubauen. Er verwies auf Südostasien, wo sich die Volkswirtschaften von der Modulmontage zur Herstellung von Solarzellen und Silizium weiterentwickeln.latitudemedia
Trotz des Importbooms macht Kohle nach wie vor den Großteil des Stromerzeugungsmixes in Südostasien aus. Die Bevölkerung der Region von rund 700 Millionen Menschen und ein jährliches BIP-Wachstum von etwa 5 Prozent führen zu einem stetig steigenden Stromverbrauch, und Importe von Ökotechnologie allein garantieren keine schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen.reuters+1
Wie Reuters-Kolumnist Gavin Maguire schrieb, "beschleunigt jede zusätzliche Lieferung von Solarmodulen, Batterien, E-Fahrzeugen und Netzgeräten nach Südostasien potenziell den Ausbau kohlenstoffärmerer Energiesysteme in einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregionen der Welt". Ob sich dieses Potenzial in messbaren Emissionsminderungen niederschlägt, wird davon abhängen, wie schnell die Regierungen die importierten Geräte installieren und ob die Investitionen in erneuerbare Energien und Speicher mit der wachsenden Nachfrage nach Kohlestrom Schritt halten können.moderndiplomacy+1