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marketscreener+1just-auto+1russpain+1Der Volkswagen-Konzern erwägt, seine 76 Jahre alte spanische Traditionsmarke SEAT bis Ende 2029 einzustellen. Dies geht aus einem internen Vorstandsbeschluss hervor, über den das Magazin WirtschaftsWoche am Donnerstag zuerst berichtete.marketscreener+1
Der Plan, der das Ende einer fast acht Jahrzehnte währenden Ära von SEAT auf dem europäischen Automarkt bedeuten würde, soll dem VW-Aufsichtsrat am Freitag, dem 4. September, vorgelegt werden. Bei einer Zustimmung soll die Marke laut dem geleakten Dokument „geordnet und kosteneffizient“ abgewickelt werden. Die frei werdenden Ressourcen sollen stattdessen in die sportliche Tochtermarke Cupra fließen, die ihre Muttergesellschaft bei Absatz und Rendite längst überholt hat.carscoops+1
In der VW-Strategie „Way to 2030“ spielt SEAT dem Beschluss zufolge bereits keine Rolle mehr. „Eine Fortführung von Seat in der heutigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung in der Markengruppe Cupra zu priorisieren ist“, zitiert die WirtschaftsWoche aus dem Dokument. Ein Volkswagen-Sprecher wollte sich zu den internen Papieren nicht äußern und erklärte lediglich, dass diese „in den zuständigen Gremien diskutiert und beschlossen werden“.english.news18a+1
Das Ende hatte sich bereits seit Jahren abgezeichnet. Die Modellpalette von SEAT wurde kontinuierlich ausgedünnt, Updates für den Ibiza wurden auf Eis gelegt und andere Projekte stillschweigend beendet. Cupra, 2018 als eigenständige Marke ausgegründet, verkauft inzwischen deutlich mehr Fahrzeuge als die ursprüngliche Stammmarke.autospies+1
Die Entscheidung über SEAT ist Teil des radikalen Sanierungsprogramms von Konzernchef Oliver Blume, das bereits auf erheblichen Widerstand gestoßen ist. Im Juli hatte der VW-Aufsichtsrat einen weitreichenden Entwurf, der den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen und die mögliche Schließung von vier deutschen Werken vorsah, mit 12 zu 7 Stimmen abgelehnt. Blume reduzierte die öffentlich genannte Zahl daraufhin auf rund 50.000 Stellen.just-auto+1
Die Abstimmung am Freitag markiert nun einen neuen Anlauf. Die Sanierungspläne sehen zudem vor, die Werke in Emden und Zwickau bis 2031, den Standort Hannover bis 2032 und das Audi-Werk in Neckarsulm bis 2034 zu schließen. Gleichzeitig soll die Modellpalette des Konzerns halbiert werden. Da das Land Niedersachsen und der Betriebsrat die Mehrheit im Aufsichtsrat stellen, können sie diese Pläne jedoch blockieren.haberler+1
Das SEAT-Werk im spanischen Martorell, in dem mehr als 15.000 Menschen arbeiten, soll künftig für die Produktion von Cupra-Modellen und eventuell Fahrzeugen anderer Konzernmarken genutzt werden, darunter der elektrische Cupra Raval und der VW ID. Polo. SEAT erklärte in einer Stellungnahme, dass ein Transformationsplan laufe, betonte jedoch, dass „noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde“. Für Spanien wiegt das drohende Aus der 1950 in Barcelona gegründeten Marke auch emotional schwer. Doch die betriebswirtschaftliche Kalkulation von Volkswagen ist eindeutig: In Zeiten des verschärften Wettbewerbs durch chinesische Hersteller wie BYD überleben nur die profitabelsten Marken.russpain+2