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reutersmarketscreener+1marketscreener+1Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte am Dienstag, dass Berlin beabsichtigt, sich eine Vertretung in den Führungsgremien von UniCredit zu sichern, was den Weg für langwierige Verhandlungen über die Übernahme der Commerzbank durch die italienische Bank ebnet.
Die Ankündigung folgte auf ein persönliches Treffen am Montag zwischen Klingbeil und UniCredit-CEO Andrea Orcel in Berlin, der ersten direkten Begegnung zwischen den beiden, seit die italienische Bank ihr Interesse an Deutschlands zweitgrößter Privatbank bekundet hat. Beide Seiten beschrieben die Gespräche laut Reuters als konstruktiv. Klingbeil betonte, die Regierung erwarte, dass die Commerzbank ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Frankfurt bleibe und ihre Kreditvergabe an den deutschen Mittelstand, das Rückgrat der kleinen und mittleren Unternehmen, fortsetze.reuters+2
Die Bundesregierung, die seit einer Rettungsaktion in der Finanzkrise einen Anteil von 13,3 % an der Commerzbank hält, hat darauf bestanden, zwei Sitze im Aufsichtsrat zu behalten. Doch Orcel lehnt diese Forderung ab, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters erklärten, was zu einem zentralen Reibungspunkt geworden ist.reuters+2
Die Spannungen gehen über Aufsichtsratssitze hinaus. Reuters berichtete am Dienstag, dass Orcel den Rücktritt von Commerzbank-CEO Bettina Orlopp wünscht, als Teil eines umfassenderen Vorstoßes, die Führung der deutschen Bank neu zu gestalten, während UniCredit der Übernahme näher kommt. UniCredit hat seinen Anteil an der Commerzbank auf etwa 50 % erhöht, nachdem im März ein freiwilliges Umtauschangebot gestartet wurde.marketscreener+2
Zu den diskutierten Optionen gehört eine umgekehrte Fusion der deutschen UniCredit-Tochter HVB in die Commerzbank, wodurch die Commerzbank im DAX notiert bleiben könnte, während der effektive Anteil von UniCredit auf etwa 70 % steigen würde, wobei der deutsche Staat etwa 8 % behalten würde. Die Vereinbarung könnte Synergien vor Steuern in Höhe von geschätzten 2 Milliarden Euro bringen.marketscreener
Das Treffen markiert eine bemerkenswerte Entwicklung in der Haltung Berlins. Noch im Juni lehnte die Finanzagentur des Bundes das 39-Milliarden-Euro-Angebot von UniCredit ab, bezeichnete das Vorgehen als aggressiv und unterstützte die Unabhängigkeit der Commerzbank. Der Wandel hin zu einem direkten Austausch mit Orcel, der durch Klingbeils Einladung Ende August eingeleitet wurde, deutet darauf hin, dass die Bundesregierung akzeptiert hat, dass eine vollständige Blockade des Deals nicht mehr tragfähig ist, und sich stattdessen darauf konzentriert, Zugeständnisse bei Arbeitsplätzen, Governance und der Rolle der Bank in der deutschen Wirtschaft zu erzielen. Weitere Treffen werden in den kommenden Wochen erwartet.zeit+4