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reuterstimesofisraelEin tödlicher Zusammenstoß im palästinensischen Dorf Tal im Westjordanland am Samstag, dem 25. Juli, bei dem vier Palästinenser und zwei Israelis starben, hat eine Welle von Vergeltungsmaßnahmen durch Siedler im gesamten besetzten Gebiet ausgelöst. Dies veranlasste die Vereinten Nationen zu der Warnung, dass die Siedlergewalt einen "historischen Höchststand" erreicht habe.
Die Konfrontation begann, als eine ideologisch motivierte Siedlergruppe Tal betrat, das in den Gebieten A und B des nördlichen Westjordanlandes liegt, und auf Anwohner stieß. Das anschließende Feuergefecht zwischen radikalen Siedlern, denen sich später israelische Truppen anschlossen, und palästinensischen Dorfbewohnern forderte sechs Todesopfer. In den darauffolgenden Tagen führten extremistische Siedler Massenvergeltungsmaßnahmen gegen palästinensische Dörfer durch, darunter das Inbrandstecken von mindestens zwei Moscheen. Eine Moschee in einem Dorf nahe Nablus wurde am frühen Sonntagmorgen in Brand gesteckt, wobei das Wort "Rache" über den Eingang geschmiert wurde.timesofisrael+1
Am 31. Juli marschierten mehr als 100 israelische Siedler auf Tal zu, während israelische Streitkräfte mindestens einen Palästinenser anschossen und verletzten, mindestens drei weitere festnahmen und die Zugänge zum Dorf abriegelten, so Reuters. Ein Reuters-Korrespondent beobachtete, wie Siedler Waren aus mindestens einem palästinensischen Gebäude stahlen, während israelische Soldaten folgten, ohne einzugreifen. Später besuchte er einen Friedhof, auf dem Grabsteine vandalisiert worden waren.reuters
Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte warnte diese Woche, dass die Siedlergewalt auf einem "historischen Höchststand" sei. Es wies darauf hin, dass in diesem Jahr bisher 18 Palästinenser bei Vorfällen im Zusammenhang mit Siedlerangriffen getötet wurden. Das sind mehr als die 17 Getöteten im gesamten Jahr 2025. Das Armed Conflict Location and Event Data Project dokumentierte allein im Juni eine Rekordzahl von 460 Angriffen mit Siedlerbezug.commondreams
Die eskalierende Gewalt überschattete laut NBC News auch das Treffen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus diese Woche. Netanjahu behauptete kürzlich in einem CNN-Interview, seine Regierung führe "echte Ermittlungen" zur Siedlergewalt durch, spielte das Problem jedoch als ungefähr "150 Jugendstraftäter" herunter.nbcnews+1
Als Reaktion darauf haben Palästinenser zunehmend Dorfwachen gebildet. Nach Angaben eines hochrangigen israelischen Militärbeamten, der anonym mit Times of Israel News Corp sprach, existieren derzeit etwa 70 solcher Gruppen. Freiwillige patrouillieren nächtlich mit Taschenlampen, um nach sich nähernden Siedlern Ausschau zu halten, und alarmieren andere per Telefon. Das israelische Militär erklärte, die Gruppen seien derzeit unbewaffnet, äußerte jedoch Bedenken, dass sie sich schließlich bewaffnen könnten.timesofisrael
Unterdessen legte ein am Freitag veröffentlichtes BBC-Interview mit einem Siedler-Anwalt aus dem Außenposten Havat Gilad den Extremismus offen, der die Gewalt antreibt. Yehuda Shimon rechtfertigte Angriffe auf palästinensische Dörfer als Vergeltung und erklärte, dass "ein jüdisches Leben 10 Millionen" palästinensische Leben wert sei.bbc
Peace Now berichtete, dass die Zahl der illegalen Außenposten im Gebiet B von sieben Ende 2024 auf nunmehr 18 angestiegen ist, wodurch sich die Konfrontationen tiefer in palästinensische Bevölkerungszentren verlagern. Ein israelischer Militärbeamter bezeichnete die rund 80 illegalen Außenposten im gesamten Westjordanland als "eine der herausforderndsten Aufgaben überhaupt."timesofisrael