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science+1bloomberg+1sparkclimate+1Ein am 11. Juni in der Fachzeitschrift Science veröffentlichter Artikel enthüllt, dass sogenannte indirekte Treibhausgase für etwa 15 % der aktuellen globalen Erwärmung verantwortlich sind – etwa 0,3 °C –, aber dennoch außerhalb der klimapolitischen Rahmenbedingungen bleiben, die internationale Emissionsziele leiten.science+1
Die Studie mit dem Titel „Integrating indirect greenhouse gases into climate frameworks“ argumentiert, dass politische Entscheidungsträger „über den Korb“ der Schadstoffe hinausgehen müssen, die ursprünglich vor fast 30 Jahren im Kyoto-Protokoll behandelt wurden. Die fraglichen Gase – Kohlenmonoxid, Stickoxide, nicht-methanartige flüchtige organische Verbindungen und molekularer Wasserstoff – speichern Wärme nicht direkt, lösen aber atmosphärische chemische Reaktionen aus, die troposphärisches Ozon erzeugen und die Lebensdauer von Methan verlängern, wodurch ihr Erwärmungseffekt verstärkt wird.sparkclimate+3
Im Gegensatz zu Kohlendioxid oder Methan verbleiben indirekte Treibhausgase nur Stunden bis wenige Jahre in der Atmosphäre. Da die menschlichen Emissionen dieser Verbindungen jedoch so groß und kontinuierlich sind, ist ihr kumulativer Erwärmungseffekt erheblich. Sie wirken über drei Hauptwege: Bildung neuer Treibhausgase wie troposphärisches Ozon, Verbrauch von Hydroxylradikalen, die andernfalls Methan abbauen würden, und Produktion kleiner zusätzlicher Mengen Kohlendioxid bei ihrer Oxidation.sparkclimate
Die Forschung identifiziert molekularen Wasserstoff als ein „aufkommendes“ indirektes Treibhausgas und weist auf sein Potenzial hin, mit der Ausweitung der Wasserstoffenergienutzung zuzunehmen.agupubs.onlinelibrary.wiley+1
Das zentrale politische Argument des Papiers ist, dass die meisten Länder diese Schadstoffe in ihren national festgelegten Beiträgen im Rahmen des Pariser Abkommens nicht berücksichtigen. Das Kyoto-Protokoll etablierte einen „Korb“ aus sechs direkten Treibhausgasen – Kohlendioxid, Methan, Lachgas und drei fluorierten Gasen –, der weitgehend definiert hat, welche Emissionen Länder verfolgen und zu deren Reduzierung sie sich verpflichten. Indirekte Treibhausgase wurden aus diesem Rahmen herausgelassen und sind seitdem ausgeschlossen geblieben.yahoo+2
Steven J. Smith vom Center for Global Sustainability der University of Maryland gehört zu den Forschern, die an verwandten Arbeiten zur Schnittstelle zwischen Luftverschmutzung und Klimasystemen beteiligt sind.cgs.umd
Wissenschaftler sagen, dass die Reduzierung indirekter Treibhausgasemissionen aufgrund ihrer kurzen atmosphärischen Lebensdauer fast unmittelbare Klimavorteile bringen könnte, im Gegensatz zu Kohlendioxidreduzierungen, deren Auswirkungen Jahrzehnte brauchen, um sich zu materialisieren. Die Verbindungen verschlechtern auch die Luftqualität, was bedeutet, dass ihre Eindämmung gleichzeitig Atemwegserkrankungen und andere gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit bodennahem Ozon und Feinstaubbelastung reduzieren würde.bloomberg+2
Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der die globale Klimapolitik unter wachsendem Druck steht, da die vom Menschen verursachte Erwärmung laut dem neuesten Bericht „Indicators of Global Climate Change“ im Jahr 2025 1,37 °C über dem vorindustriellen Niveau erreicht hat.essd.copernicus