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reuters+1nytimes+1weaa+1Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte am Montag seinen Rücktritt an und gab damit dem monatelangen, wachsenden Druck innerhalb seiner eigenen Labour Party nach, weniger als zwei Jahre nachdem er sie zu einem Erdrutschsieg bei den Wahlen geführt hatte. Sein Abgang macht ihn zum neuesten Beispiel für das ständige Kommen und Gehen britischer Führungspersönlichkeiten; das Land steht kurz davor, seinen siebten Premierminister innerhalb eines Jahrzehnts zu begrüßen.reuters+3
Starmer erklärte, er werde bis zur Wahl eines Nachfolgers als geschäftsführender Premierminister im Amt bleiben. Die Nominierungen beginnen am 9. Juli, und ein neuer Vorsitzender wird vor der Rückkehr des Parlaments im September erwartet. Einst als der Anführer gefeiert, der Großbritannien nach Jahren politischer Instabilität Pragmatismus und Stabilität bringen würde, scheiterte Starmer letztlich an dem, was Reuters als „den Mangel an Ideologie, der ihn an die Macht brachte“ beschrieb.nytimes+2
Der Rücktritt folgt auf eine katastrophale Reihe von Kommunalwahlen im Mai, bei denen die populistische Partei Reform UK auf Kosten der Labour Party große Gewinne erzielte. Nigel Farage, Vorsitzender von Reform UK, forderte am Montag eine Parlamentswahl, „um das kaputte Großbritannien zu reparieren“, obwohl die Labour Party ihre parlamentarische Mehrheit behält und die nächste reguläre Wahl erst für 2029 angesetzt ist.usatoday+1
Der Favorit für die Nachfolge von Starmer ist der 56-jährige Andy Burnham, der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester, der am 19. Juni die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield mit fast 55 % der Stimmen gewann. Burnhams entscheidender Sieg über Rob Kenyon von Reform UK festigte seinen Status als führender Anwärter, wobei Umfragen unter Labour-Mitgliedern zeigen, dass ihn etwa 61 % in einem direkten Wettbewerb unterstützen.weaa+2
Burnham hat sich als nahbare Figur aus Nordengland inszeniert und bevorzugt legere Kleidung gegenüber der Förmlichkeit von Westminster. Sein Weg vom Kabinettsminister unter Gordon Brown zum gewählten Bürgermeister und nun zurück ins Parlament wurde als eine Reise vom Insider zum Außenseiter und wieder zurück beschrieben.france24+1
Starmers Abgang setzt eine Phase der Instabilität fort, die die britische Politik seit dem Brexit-Referendum 2016 prägt. Sollte Burnham ohne Gegenkandidaten antreten, könnte er das Amt bereits im Juli übernehmen; andernfalls würde eine umkämpfte Wahl des Vorsitzenden vor September abgeschlossen sein. Britische Wähler wählen Parteien und keine einzelnen Führungspersönlichkeiten, was bedeutet, dass die Labour Party ohne Neuwahlen an der Regierung bleibt.usatoday+1