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france24.com.abcnews.com.rmb.reuters.com+1.Spanien begann am Donnerstag, den 29. Oktober, eine dreitägige Staatstrauer. Rettungskräfte verbrachten den Tag damit, die Trümmer der Hochgeschwindigkeitszug-Kollision nahe Urda in der Provinz Toledo zu durchsuchen, während Familien auf Nachrichten über Vermisste warteten. Der Regionalpräsident Emiliano García-Page bezifferte die Zahl der Toten auf 69, berichtet Reuters. Aktualisierte Zahlen auf der Website des Verkehrsministeriums wiesen später 74 Tote aus, so France 24 und AFP. Es ist das zweite tödliche Hochgeschwindigkeitszug-Unglück in Spanien in diesem Jahr und ereignet sich einen Monat vor den vorgezogenen Neuwahlen am 29. November.rmb.reuters.com+1
Das Unglück ereignete sich am Mittwoch, den 28. Oktober, gegen 8:30 Uhr auf der Strecke Madrid-Sevilla. Ein Renfe-Zug fuhr auf das Heck eines Iryo-Zuges auf, der auf dem Gleis vor ihm zum Stehen gekommen war, meldet ABC News. Beide Züge waren von Madrid aus in Richtung Süden unterwegs und beförderten zusammen mehr als 540 Passagiere. Verkehrsminister Óscar Puente erklärte, ein Computerfehler habe sechs Züge gestoppt. Die Leitstelle habe daraufhin den Verkehr ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen wieder freigegeben, eine Entscheidung, die Puente als "unerklärlich" bezeichnete. Er sagte, der Renfe-Zug habe vor dem Aufprall 25 Kilometer zurückgelegt und die Leitstelle "hatte mehr als genug Zeit, den Fehler zu überprüfen, aber sie haben ihn nicht behoben".abcnews.com+1
Premierminister Pedro Sánchez besuchte die Unfallstelle und versprach, "jedes kleinste Detail dieser Tragödie aufzuklären". Ein Richter in Toledo hat die Strecke für alle Personen außer Rettungs-, Sicherheits-, Gesundheits- und Justizpersonal in einem Umkreis von 2 Kilometern in jede Richtung von der Unfallstelle gesperrt.rmb.reuters.com
Unter den Toten war Fátima Báñez, eine ehemalige Arbeitsministerin. 57 Verletzte befanden sich am Donnerstag noch im Krankenhaus. Mehr als 800 Militär- und Polizeikräfte waren an der Rettungsaktion beteiligt. Das Leichenschauhaus in Toledo hat eine Kapazität von 30 Plätzen, nahm aber 52 Opfer auf, weshalb die Armee eine provisorische Einrichtung errichtete. Menschen im ganzen Land hielten eine Schweigeminute ab, unter anderem am Bahnhof Atocha in Madrid.france24.com+1
Im Januar kollidierten Züge derselben zwei Betreiber auf derselben Strecke bei Adamuz, wobei 46 Menschen ums Leben kamen. Renfe-Lokführer setzten am Donnerstag einen Streik fort, der bereits vor dem Unglück angekündigt worden war. Diego Martín, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft SEMAF, sagte, die Aufmerksamkeit werde "fälschlicherweise auf die Suche nach Schuldigen gelenkt", während das Personal mit "maroden Systemen" arbeite. Gewerkschaften geben an, die Regierung habe Sicherheitsgespräche im April abgebrochen.abcnews.com+2
Alberto Núñez Feijóo, Vorsitzender der oppositionellen Volkspartei, warf Puente "Leichtsinn" vor, weil er versuche, einem einzelnen Mitarbeiter der Leitstelle die Schuld zu geben. Die beiden führenden Parteichefs haben ihre Wahlkampfveranstaltungen ausgesetzt. Puente verteidigte das Netz als "zuverlässig und sicher", innerhalb "der Grenzen des Materials selbst und des menschlichen Handelns".france24.com+1