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amp.dw.com.cbc.ca+1.politico.eu.Der kanadische Premierminister Mark Carney sagt, Kanada habe es nicht eilig, ein Handelsabkommen mit Washington zu unterzeichnen. Er erklärte, Ottawa werde lieber Monate warten oder auf "eine andere Regierung" setzen, anstatt ein schlechtes Abkommen zu akzeptieren. Gleichzeitig rückt er Kanada näher an Europa heran. In einem Interview mit DW am Freitag, dem 30. Oktober, sagte Carney, die Kanadier hätten gelernt, dass "wir übermäßig von den Vereinigten Staaten abhängig sind. Zu eng mit den Vereinigten Staaten verbunden", und dass das Land "unsere Partnerschaften mit gleichgesinnten Ländern diversifizieren und vertiefen" müsse.amp.dw.com
Die Kommentare fallen wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November. Das Weiße Haus hatte angedeutet, dass ein Abkommen mit Kanada kurz bevorstehe.
Bei einer Rede in Istanbul am 23. Oktober sagte Carney: "Wir könnten es heute Nachmittag unterzeichnen, wenn die USA bereit wären. Wenn es Monate oder länger dauern muss, oder eine andere Regierung braucht, bis ein ordentliches Abkommen zustande kommt, dann werden wir das tun". Es war das erste Mal, dass er andeutete, Ottawa könnte bis zum Ende von Trumps Amtszeit warten.cbc.ca+1
Die Gespräche brachen am 21. August zusammen. Trump belegte daraufhin kanadische Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar mit 50-prozentigen Zöllen, und Kanada reagierte mit entsprechenden Gegenzöllen. Am Montag, dem 26. Oktober, sagte Carney, die Gespräche hätten eine "leichte Intensivierung" erfahren. Er fügte hinzu: "Soweit Fortschritte erzielt wurden, liegt das daran, dass sich die USA unserer Position annähern". Auf die Frage, ob Trump ein neues Abkommen einhalten würde, sagte er: "Das weiß ich nicht". Am Mittwoch erklärte er, Kanada sei "derzeit nicht in der Lage", eine Einigung zu erzielen.apnews.com+2
Laut POLITICO hat keine der beiden Seiten ihre Hauptforderungen aufgegeben. Kanada will niedrigere Zölle auf Autos, und die USA wollen mehr Zugang zu Kanadas Alkohol- und Molkereimärkten. Mit den Gesprächen vertraute Personen erwarten, dass ein Abkommen noch Wochen oder Monate entfernt ist.politico.com
Carney sprach mit DW nach einem EU-Kanada-Gipfel in Montreal. Dort unterstützte er das Angebot der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine "assoziierte Mitgliedschaft" und nannte es "die tiefstmögliche Partnerschaft ohne einen Beitritt". Die beiden Seiten gaben sich bis Juni 2027 Zeit, um die Bedingungen festzulegen. Deutschland hat sich gegen die Bezeichnung gewehrt.politico.eu+1
Carney nannte Raumfahrttechnologie, künstliche Intelligenz und kritische Mineralien als Bereiche, in denen die beiden Seiten enger zusammenarbeiten könnten. Er sagte auch, dass "das Ausmaß der Beziehung zu den Vereinigten Staaten" "sehr schwer zu ersetzen" wäre. Auf die Frage, ob die EU-Gespräche zu weiteren US-Zöllen führen könnten, sagte er: "Wir leben schon seit einiger Zeit damit".amp.dw.com
"Es richtet sich nicht gegen jemanden. Es ist für etwas. Es ist ein positiver Akt", sagte Carney über die europäische Partnerschaft.amp.dw.com