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kyivpost+1kyivpost+1united24media+1Russische Generäle haben jahrelang hypothetische Kriege gegen die NATO und ihre Partner durch geheime Computersimulationen geprobt, so eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Dossier Centers, einer russischen Rechercheorganisation.kyivpost+1
Die Untersuchung ergab, dass die russische Militärführung spätestens 2017 begann, sich ernsthaft auf einen möglichen Konflikt mit der NATO vorzubereiten. Dies geschah durch Übungen an der Militärakademie des Generalstabs am Stadtrand von Moskau, wo ein unterirdisches Kriegszentrum so gestaltet ist, dass es einem militärischen Gefechtsstand ähnelt.kyivpost
Im März 2017 nahmen russische Generäle und hochrangige Militärakademie-Studenten an einer mehrtägigen strategischen Simulation teil, die offenbar Operationen in der Nähe von Gotland, einer strategisch wichtigen schwedischen Insel in der Ostsee, beinhaltete. Ermittler identifizierten das Szenario nach der Analyse eines von der Akademie veröffentlichten Fotos, auf dem eine Spiegelung in Glastüren eine Karte auf dem Bildschirm hinter den Teilnehmern enthüllte. Die Übung trug den Titel "Strategische Abschreckung", ein russischer militärischer Begriff für Maßnahmen, die einen Angriff verhindern sollen, indem sie die Fähigkeit demonstrieren, einem Gegner inakzeptablen Schaden zuzufügen.geo+1
Ein weiteres Planspiel im Jahr 2018 umfasste mehr als 900 Offiziere und simulierte einen Konflikt mit US-amerikanischen und japanischen Streitkräften. Die Teilnehmer steuerten rund 320.000 virtuelle Truppen, und Ermittler fanden unverpixelte Aufnahmen, die Teile der japanischen Präfekturen Hokkaido und Aomori zeigten, in denen sich wichtige militärische Einrichtungen der USA und Japans befinden.kyivpost+1
Bis 2021 wurden russische Kommandeure im südlichen Militärbezirk angewiesen, monatlich Planspiele durchzuführen, während Russland begann, Truppen nahe der ukrainischen Grenze zu stationieren. Das Dossier Center kam jedoch zu dem Schluss, dass die russischen Kommandeure die Invasion der Ukraine offenbar nicht präzise modellieren konnten. Der Militäranalyst David Sharp erklärte gegenüber Ermittlern, dass Planspiele nur dann wertvolle Ergebnisse liefern, wenn sie auf genauen Einschätzungen der Fähigkeiten beider Seiten basieren. Er fügte hinzu, dass Kommandeure in autoritären Systemen Worst-Case-Szenarien vermeiden könnten, da die Führung positive Berichte erwarte.united24media+1
Nachdem Russlands erster Versuch, Kiew Anfang 2022 einzunehmen, gescheitert war, organisierte der Generalstab neue Übungen, die Lehren aus dem Schlachtfeld einbezogen, darunter fragmentierte Frontlinien, Spezialoperationen und Widerstand aus Städten hinter den russischen Linien.geo+1
Die Enthüllungen kommen inmitten wachsender Besorgnis über die russische Militärplanung. Die NATO selbst führte im Mai nach Schwedens Beitritt zum Bündnis im Jahr 2024 ihre ersten Übungen auf Gotland durch, bei denen 18.000 Soldaten aus 13 Ländern ein Szenario einer russischen Landung auf der Insel probten. Das Dossier Center warnte, dass die Existenz eines Planspiels nicht automatisch beweise, dass Russland tatsächlich einen Krieg gegen den simulierten Gegner plane. Dennoch kam die Untersuchung zu dem Schluss, dass die NATO und ihre regionalen Partner in den Simulationen wahrscheinlich als gegnerisches "rotes Team" dargestellt wurden, das hypothetische Bedrohungen für Russland aus Westen und Osten darstelle.RBC-Ukraine+2