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bloomberg+1cyprusshippingnews+1cyprusshippingnewsDer Rhein hat seinen niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 erreicht. Dies lähmt die Binnenschifffahrt und zwingt große Chemiekonzerne zur Erklärung von Force Majeure, während eine anhaltende Dürre und Hitzewelle den Kontinent im Griff halten.
Der Wasserstand bei Kaub, Deutschland, dem flachsten schiffbaren Punkt des Rheins, fiel am 5. August nach Angaben des Branchendatendienstes ICIS auf nur noch 19 Zentimeter. Dies liegt weit unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 200 Zentimetern. Der bisherige Tiefststand an dieser Stelle, der im Oktober 2018 erreicht wurde, lag bei 25,28 cm. Bloomberg berichtete am Dienstag, dass Meteorologen keine Entwarnung sehen und wochenlanger Dauerregen nötig wäre, um den Fluss wieder auf ein normales Niveau zu heben.bloomberg+1
Der Einbruch der Wassertiefe hat die Lademengen für Frachtschiffe auf unter 20 Prozent der normalen Kapazität reduziert. Thomas Puls, Transportexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft, erklärte gegenüber der Rheinischen Post, dass die Abschnitte südlich von Kaub "nun komplett abgeschnitten zu werden drohen, was bedeutet, dass der Rhein in zwei Teile getrennt wird".cyprusshippingnews+2
BASF erklärte am 5. August für mehrere Tenside an seinen europäischen Standorten Force Majeure und begründete dies laut einem ICIS vorliegenden Kundenbrief mit Störungen bei der Rohstoffanlieferung durch Logistikengpässe auf dem Rhein. Das Unternehmen hatte bereits am 16. Juli am Hauptsitz in Ludwigshafen Force Majeure für Weichmacher ausgerufen. BASF-Chef Markus Kamieth warnte vergangene Woche, dass weitere Produktengpässe oder zusätzliche Force-Majeure-Erklärungen möglich seien.cyprusshippingnews
Lanxess erklärte am 31. Juli Force Majeure für die Produktion von Phthalsäureanhydrid am Standort Uerdingen, nachdem Niedrigwasser die Rohstofflieferungen per Binnenschiff beeinträchtigt hatte, wie Marktteilnehmer berichteten. Covestro bestätigte, dass Lieferengpässe durch die gestörte Rheinschifffahrt bereits die Produktion beeinträchtigen. Ein Covestro-Sprecher wies darauf hin, dass "ein Frachtschiff mit 1.500 Tonnen Kapazität etwa 60 Lastwagen entspricht", weshalb der Straßentransport kein adäquater Ersatz sei.dw+1
Die Auswirkungen der Dürre reichen weit über den Rhein hinaus. CNN berichtete, dass auch an der Donau Rekordtiefs verzeichnet wurden, wo Niedrigwasser und extreme Hitze zur Abschaltung von rund 7 Gigawatt Kernkraftkapazität in Frankreich, Ungarn und Rumänien führten. Dies entspricht etwa 10 Prozent der gesamten installierten Kernkraftkapazität der EU.cnn+1
Einige Ökonomen warnten laut Financial Times, dass die Störungen das deutsche Wirtschaftswachstum um bis zu 0,2 Prozentpunkte schmälern könnten. Da der August typischerweise einer der heißesten und trockensten Monate in Europa ist und die Nachfrage nach dem Sommerloch im September wieder steigen dürfte, rechnen Branchenkenner damit, dass sich die Lage weiter verschlechtert, bevor Besserung eintritt.cyprusshippingnews+1