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sergeytereshkin+2bloombergfinance.yahooDer Iran-Krieg hat die nach Ansicht vieler schwerste Energiestörung der modernen Ära ausgelöst – doch die Ölpreise haben den düstersten Prognosen getrotzt und sind weit unter den Werten von 200 Dollar pro Barrel geblieben, vor denen Analysten in diesem Frühjahr gewarnt hatten. Eine Kombination aus digitaler Logistikinnovation, massiver Nachfragereduzierung aus China und aggressiven politischen Interventionen der USA hat verhindert, dass die globalen Märkte außer Kontrolle geraten.
Als die US-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar 2026 begannen und Teheran dazu veranlassten, die Straße von Hormus zu blockieren, warnten Analysten der Macquarie Group, von Goldman Sachs und Wood Mackenzie, dass der Ölpreis bei anhaltender Krise 150 bis 200 Dollar pro Barrel erreichen könnte. Irans eigener Militärsprecher forderte die Welt auf, sich "auf Öl bei 200 Dollar pro Barrel vorzubereiten".sciencedirect+4
Stattdessen hatte sich Brent-Rohöl bis Anfang Juli bei etwa 70 Dollar pro Barrel stabilisiert, weit unter diesen katastrophalen Prognosen. Wie Jordan Blum von Fortune am Mittwoch berichtete, bauten die Energiemärkte effektiv ein "Amazon des Öls" auf – ein satellitengestütztes, digitales Logistiksystem, das eine Just-in-Time-Umleitung der weltweiten Versorgung ermöglichte. Firmen wie TankerTrackers.com nutzten Satellitenbilder, um Schiffsbewegungen durch Konfliktzonen in Echtzeit zu überwachen, während die Schiffsverfolgungsbranche – deren Wachstum bis 2034 von 6,3 Milliarden auf 15 Milliarden Dollar prognostiziert wird – zum zentralen Bestandteil der anpassungsfähigen Reaktion des Marktes wurde.fortunebusinessinsights+4
Chinas drastische Reduzierung der Ölimporte erwies sich als ebenso entscheidend. Die chinesischen Rohölkäufe fielen im Mai auf 6,36 Millionen Barrel pro Tag, gegenüber 11,39 Millionen Barrel täglich im Februar – dem letzten Monat vor dem Krieg –, so Reuters unter Berufung auf Kpler-Daten. Bloomberg berichtete, dass die Importe den niedrigsten Stand seit Oktober 2017 erreichten. Anstatt sich um Ersatzlieferungen zu bemühen, griff Peking auf geschätzte 1 Milliarde Barrel aus strategischen Reserven zurück, die in den Vorjahren angesammelt worden waren.energyconnects+2
Die Trump-Regierung setzte mehrere Instrumente ein, um den inländischen Versorgungsdruck zu verringern. Die strategische Erdölreserve der USA fiel bis Anfang Juli auf 319,5 Millionen Barrel, den niedrigsten Stand seit 1983, wie Daten des Energieministeriums zeigen. Die Reserve ging durch aufeinanderfolgende Entnahmen von insgesamt zig Millionen Barrel von März bis Juni zurück.axios+1
Im März erließ die Regierung eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die es Schiffen unter ausländischer Flagge erlaubte, Energiefracht zwischen US-Häfen zu transportieren. Das Heimatschutzministerium verlängerte die Ausnahmegenehmigung bis zum 16. August 2026. Die American Maritime Partnership fand jedoch keine Beweise dafür, dass die Ausnahmegenehmigung die Preise an den Zapfsäulen senkte, und bezeichnete sie stattdessen als "massiven Transfer von US-Frachten auf ausländische Schiffe".americanmaritimepartnership+2
Die Widerstandsfähigkeit des Marktes bleibt prekär. Am Mittwoch stiegen die Ölpreise um mehr als 5 %, nachdem Präsident Trump den Waffenstillstand mit dem Iran für "beendet" erklärt hatte und das US-Militär neue Angriffe startete. Die Benzinpreise, obwohl sie etwa 75 Cent unter ihrem kriegsbedingten Höchststand liegen, bleiben etwa 80 Cent höher als vor dem Krieg, wobei der nationale Durchschnitt bei etwa 3,79 Dollar pro Gallone liegt. Die Straße von Hormus bleibt für die kommerzielle Schifffahrt geschlossen, und Analysten warnen, dass die Erschöpfung der globalen Lagerbestände kaum Puffer gegen weitere Störungen lässt.cnbc+4