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bloombergbloomberg+1gfmagDer Kampf um die Führung der Europäischen Zentralbank ist diese Woche in eine neue Phase eingetreten: Die Niederlande haben den ehemaligen niederländischen Notenbankchef Klaas Knot offiziell für die Präsidentschaft nominiert, während die deutsche Regierung Koalitionsgespräche über eine mögliche Nominierung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel aufgenommen hat.
Die Niederlande unterstützen Knot offiziell als Nachfolger von Christine Lagarde, wie ein Sprecher des Finanzministeriums laut Bloomberg erklärte. Der 59-jährige Knot leitete von 2011 bis 2025 De Nederlandsche Bank und war zuvor Vorsitzender des Financial Stability Board. Diese Referenzen machen ihn zu einem weithin anerkannten Favoriten im Rennen.bloomberg+2
Am Mittwoch berichtete Bloomberg, dass Berlin eine Nominierung Nagels prüft. Seine Kandidatur steht im Mittelpunkt von Koalitionsgesprächen, die durch die wachsende Erwartung ausgelöst wurden, dass Lagarde vor dem Ende ihres Mandats im Oktober 2027 vorzeitig ausscheiden wird. Nagel, Mitglied des EZB-Rats, gilt als geldpolitischer Falke, der sich für Preisstabilität einsetzt, zeigte sich jedoch in Fragen wie der gemeinsamen europäischen Verteidigungsfinanzierung über Eurobonds flexibel.gfmag+1
Spanien brachte sich bereits im Juli ins Spiel, als es laut Euronews Pablo Hernández de Cos unterstützte, den Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und ehemaligen Gouverneur der spanischen Zentralbank. Seine Nominierung war die erste Bewerbung Spaniens überhaupt für das höchste EZB-Amt.euronews
Das Ringen um die Nachfolge wird von Berichten angetrieben, über die Reuters und Politico zuerst im Februar berichteten. Demnach könnte Lagarde vorzeitig zurücktreten, um dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Möglichkeit zu geben, die Nachfolge vor eventuellen politischen Verschiebungen in Paris zu beeinflussen. Die EZB erklärte damals, Lagarde habe „keine Entscheidung“ über ihren Rückzug getroffen.politico+2
Die Präsidentschaft hat eine Bedeutung, die weit über das Symbolische hinausgeht. Die nächste EZB-Führung übernimmt eine institution, die sich in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit und den Nachwirkungen eines Zinserhöhungszyklus bewegt. Nagel selbst hat vor den wirtschaftlichen Risiken durch Handelskonflikte und regionale Krisen gewarnt. Die Ernennung erfordert die Zustimmung der Staats- und Regierungschefs der Eurozone. Analysten weisen darauf hin, dass die Entscheidung wahrscheinlich im Paket mit anderen bis 2027 frei werdenden EZB-Direktoriumsposten verhandelt wird, darunter die Position des Chefökonomen.moderndiplomacy+3
Eine deutsche Nominierung würde, sollte sie sich bestätigen, zu einem Duell zwischen zwei der größten Volkswirtschaften der Eurozone und einem südeuropäischen Herausforderer führen. Diese Dynamik könnte das politische Gleichgewicht der Währungsunion auf die Probe stellen, während sie den geldpolitischen Kurs für die kommenden Jahre absteckt.