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jpostabcnews+1jpost+1Rettungskräfte, die gegen die schwindende Hoffnung ankämpften, zogen am Freitag einen Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Hotels in Kolumbien, fast vier Tage nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,4 die westlichen Regionen des Landes erschüttert hatte. Dabei kamen mindestens 281 Menschen ums Leben, 379 werden weiterhin vermisst.abcnews+1
Die Entdeckung bot einen seltenen Moment der Hoffnung, während die Katastrophe in eine düstere Phase eintrat. Das kritische 72-Stunden-Zeitfenster für das Überleben war am Donnerstag abgelaufen, und in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, stellten die Einsatzkräfte an den meisten Orten die Suche nach Überlebenden ein und begannen mit der Trümmerbeseitigung. "Leider erreichen wir einen Punkt, an dem die Wahrscheinlichkeit, Überlebende zu finden, schwindet, aber unsere Mission ist es, weiter zu suchen und alle als vermisst gemeldeten Personen zu finden", sagte David Tamayo, Leiter der Nationalen Einheit für Katastrophenrisikomanagement in Kolumbien.dailymaverick+1
Das Erdbeben ereignete sich am Montag, dem 10. August, um 7:34 Uhr Ortszeit mit dem Epizentrum nahe San José del Palmar in der Region Chocó. Es war das stärkste Beben in Kolumbien in diesem Jahrhundert. Präsident Abelardo de la Espriella meldete 3.971 Verletzte, mehr als 12.000 zerstörte und über 74.000 beschädigte Häuser. Mehr als 170 Gebäude stürzten ein, ebenso wie eine Fußgängerbrücke, 20 Straßenbrücken und mehr als 200 Straßen. Der Notstand erstreckt sich über 15 Departements und 426 Gemeinden.artsakh+2
Cali und Pereira erlitten die schwersten Verluste. Allein in Cali starben mindestens 96 Menschen und 45 Gebäude stürzten ein. Vier große Krankenhäuser fielen aus, doch die Gesundheitsbehörden stabilisierten das System durch die Erweiterung der Kapazitäten in weniger beschädigten Einrichtungen. In Pereira begann der Geruch verwesender Leichen die Luft zu erfüllen, während ein Feuerwehrmann einräumte, dass es "unwahrscheinlich" sei, weitere Überlebende zu finden.aljazeera+1
Außerhalb der Großstädte verlief die Reaktion langsamer. In Buenaventura trafen die Rettungskräfte erst am Mittwochabend ein, sodass die Bewohner gezwungen waren, mit bloßen Händen in den Trümmern zu graben. Das International Rescue Committee berichtete, dass bewaffnete Gruppen in einigen Vierteln Essensspenden beschlagnahmten und schworen, die Verteilung selbst zu übernehmen.biz.chosun+1
Die Katastrophe ist die erste große Bewährungsprobe für de la Espriella, einen Konservativen, der nur wenige Tage vor dem Erdbeben sein Amt antrat und mit dem Versprechen antrat, die öffentlichen Ausgaben zu kürzen. Er rief den wirtschaftlichen Notstand aus, kündigte eine dreitägige Staatstrauer an und versprach die Schaffung eines Wiederaufbaufonds. Am Freitag wollte er fünf betroffene Städte besuchen, darunter Cali, Pereira und Quibdó.jpost+2
Seine Regierung steht wegen des Umgangs mit internationaler Hilfe in der Kritik. Kolumbien nahm Such- und Rettungsteams aus den USA, Israel, El Salvador und Ecuador an, wies jedoch ein mexikanisches Team unter Verweis auf Zertifizierungsanforderungen ab. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum warf Kolumbien vor, die Anforderungen willkürlich geändert zu haben. Kritiker vermuten politische Motive, ein Vorwurf, den die Regierung zurückwies. "Wir arbeiten mit allen Ländern ohne ideologische oder politische Erwägungen zusammen", sagte Außenminister Omar Bula.freemalaysiatoday+1
Der Norwegische Flüchtlingsrat warnte, dass etwa eine Million Menschen in den am stärksten betroffenen Departements bereits vor dem Erdbeben aufgrund von bewaffneten Konflikten und Vertreibungen humanitäre Hilfe benötigt hätten. In der Stadt El Cairo sind die meisten Häuser unbewohnbar und keine der vier Schulen kann genutzt werden. "Ich hatte ein Zuhause, aber ich verlor es, als ich aus Guaviare fliehen musste. Dann ging ich nach Chocó und wurde ein zweites Mal vertrieben. Jetzt habe ich hier zum dritten Mal mein Zuhause verloren", sagte ein Überlebender dem NRC.nrc
Seit Montag haben mehr als 150 Nachbeben die Region erschüttert. In Cali blickte die 72-jährige Maria del Carmen Rodriguez von einem Fußballplatz, auf dem sie und ihr Mann Zuflucht gesucht hatten, auf ihre zerstörte Wohnung. "Wir fragen uns, auf welche Hilfe wir Anspruch haben und ob sie uns woanders unterbringen werden, denn das wird noch lange dauern", sagte sie der AFP.yahoo+1