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democrataecb.europa+1araDie Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat die Regierungen der Eurozone am Freitag aufgefordert, bestimmte Bereiche der öffentlichen Ausgaben einzuschränken. So sollen Mittel für „notwendige Investitionen“ in künstliche Intelligenz, Verteidigung und die Energiewende freigesetzt werden. Dieser Appell erfolgte nur einen Tag, nachdem die EZB die Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben hatte.ara+1
Lagardes Äußerungen verleihen der allgemeinen Ausrichtung der EZB eine fiskalische Dimension, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Zentralbank die geldpolitischen Zügel aktiv strafft, um die Inflation zu bekämpfen, die unter anderem durch die hohen Energiekosten infolge des Nahostkonflikts angeheizt wird.cnbc+1
In ihrer Rede am 11. September argumentierte Lagarde, dass die Regierungen ihre Ausgaben umschichten müssten, ohne ihre Staatsfinanzen zu destabilisieren. „Es gibt offensichtlich notwendige Investitionen in die Verteidigung, in die Energiewende und wahrscheinlich in die Finanzierung der künstlichen Intelligenz“, sagte sie laut einem Bericht von Democrata. „Das bedeutet also, die Ausgaben in anderen Bereichen zu begrenzen, um die Finanzen im Gleichgewicht zu halten.“democrata
Welche Haushaltsposten gekürzt werden sollten, wollte sie nicht präzisieren. „Mehr werde ich dazu nicht sagen, wie Sie sich vorstellen können“, erklärte sie. Sie wies jedoch darauf hin, dass die Haushaltsregeln der Europäischen Kommission „Flexibilitätsventile“ für verteidigungsbezogene Investitionen vorsehen, die den Ländern fünf bis sieben Jahre Zeit geben, um ihre Haushalte wieder auszugleichen.ara+1
Zudem warnte Lagarde davor, die mangelnde fiskalische Transparenz zu wiederholen, die zur griechischen Schuldenkrise beigetragen hatte. Sie erinnerte daran, wie Athen 2008 nachträglich zusätzliche Defizitpunkte einräumen musste. „Geschichten zu erzählen oder drei Monate später zu sagen: ‚Oh, wir hatten 1,5 zusätzliche Defizitpunkte vergessen‘, das habe ich mit Griechenland erlebt“, sagte sie.democrata
Die EZB-Präsidentin wies auf einen anhaltenden Kapitalabfluss hin und stellte fest, dass jährlich rund 300 Milliarden Euro für Investitionen ins Ausland abfließen, ein Großteil davon in die USA. Um diesen Trend umzukehren, forderte sie einen „flüssigen, liquiden, tiefen und effizienten Kapitalmarkt“ mit einer harmonisierten Aufsicht in der gesamten Union.ara+1
Lagarde bekräftigte zudem ihre Forderung nach „europäischen Banken-Champions“: großen, grenzüberschreitenden Finanzinstituten mit ausreichender Größe, um mit der US-Konkurrenz mithalten zu können.democrata
Der fiskalische Appell fügt sich in ein Thema ein, das Lagarde schon länger beschäftigt. Erst im August hatte sie gewarnt, Europa drohe die KI-Revolution zu verpassen, so wie es bereits die kommerziellen Vorteile der ersten Welle der Informations- und Kommunikationstechnologien verpasst habe. „Wir können es uns nicht leisten, diese Erfahrung bei der KI, der zweiten digitalen Revolution, zu wiederholen“, sagte sie.ara
Ihre Äußerungen erfolgten am Tag nach der Sitzung des EZB-Rats am 10. September in Berlin, bei der die drei Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte angehoben wurden, wodurch der Einlagensatz auf 2,50 % stieg. Die Zinserhöhung, die zweite im Jahr 2026, spiegelte den anhaltenden Inflationsdruck wider. Die Inflation in der Eurozone hatte im August 3,3 % erreicht, wobei die Energiepreise vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts kräftig anzogen.stockmarkethours+3