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politico.eu+1.pm.gc.ca.politico.eu+1.Kanada und die Europäische Union beendeten am Freitag, den 30. Oktober, einen zweitägigen Gipfel in Montreal mit der Gründung einer "Allianz für die Zukunft". Die Staats- und Regierungschefs schlossen zudem Gespräche über ein digitales Handelsabkommen ab, und Premierminister Mark Carney erklärte, Kanada bewege sich darauf zu, das erste "assoziierte Mitglied" der EU zu werden. Beide Seiten haben sich eine Frist bis Juni 2027 gesetzt, um zu entscheiden, was dieser Status bedeuten soll.pm.gc.ca+1
Die abschließende gemeinsame Erklärung erwähnte keine assoziierte Mitgliedschaft. Stattdessen einigten sich die Führungskräfte darauf, bis zu ihrem nächsten Gipfel im Jahr 2027 eine "immer engere Assoziierung" zu definieren. Der Begriff wurde nach Einwänden großer Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Frankreich, weggelassen.theglobeandmail.com+1
"Heute bewegen wir uns auf eine assoziierte Mitgliedschaft für Kanada zu", sagte Carney Reportern am Hafen von Montreal. Er nannte es "die tiefstmögliche Partnerschaft, die noch kein Beitritt ist". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das Label ursprünglich vorgeschlagen und hielt bei der abschließenden Pressekonferenz daran fest. "Das Konzept eines assoziierten Mitglieds ist Neuland, aber wir haben den Ehrgeiz, das Vertrauen und die Kreativität, es gemeinsam zu gestalten", sagte sie.politico.eu
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, beschrieb die Vereinbarung als "alles außer einer vollen EU-Mitgliedschaft". Auf die Frage, was eine assoziierte Mitgliedschaft die Kanadier kosten würde, wich Carney einer direkten Antwort aus. "Wir persönlich sehen das nicht als Zahlung an", sagte er.politico.eu
Ottawa gibt an, dass die Führungskräfte mehr als 20 Maßnahmen angekündigt haben. Dazu gehören ein neues Wettbewerbsabkommen, der Beitritt Kanadas zum europäischen Hochleistungsrechner-Netzwerk sowie ein Vertragsrahmen, der es der Europäischen Investitionsbank ermöglicht, kanadische Projekte für kritische Rohstoffe zu finanzieren. Zudem beginnen Gespräche über Kanadas Teilnahme an Erasmus+, Horizon Europe, dem Galileo-Navigationssystem und dem IRIS²-Satellitennetzwerk. Kanada wird eine erste Tranche von 500 Millionen Euro in das Ukraine-Unterstützungsdarlehen der EU einzahlen.pm.gc.ca+1
Einige Handelsstreitigkeiten wurden nicht beigelegt. Carney sagte, beide Seiten hätten sich auf Ausnahmen von der EU-Entwaldungsverordnung geeinigt, doch kanadische Beamte ruderten später zurück. Kanadas Anspruch auf den Status "Made in Europe" im Rahmen des vorgeschlagenen Industrial Accelerator Act muss noch von den EU-Gesetzgebern und Regierungen geprüft werden.politico.eu
Der Handelskrieg von US-Präsident Donald Trump überschattete den Gipfel. Trump hat angedeutet, die Vereinbarung könne ein "feindseliger Akt" sein, und mit Zöllen gegen Europa gedroht. Im Jahr 2025 gingen 71,7 Prozent der kanadischen Warenexporte in die Vereinigten Staaten. Von der Leyen sagte: "Um es ganz klar zu sagen: Dies ist keine Partnerschaft gegen irgendjemanden, sondern für unsere gemeinsame Stärke." Es wird erwartet, dass Carney in etwa zwei Wochen an einem informellen Treffen des Europäischen Rates in Dublin teilnimmt.bostonglobe.com+1