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tradingpediaqatar-tribune+1qatar-tribune+1Die europäischen Erdgaspreise sind am Montag auf den höchsten Stand seit drei Wochen gestiegen. Grund dafür sind die eskalierenden Spannungen rund um die Straße von Hormus, die die LNG-Lieferungen beeinträchtigen und die Sorge verstärken, ob der Kontinent seine Speicher vor dem Winter ausreichend auffüllen kann.
Die niederländischen TTF-Futures für den Folgemonat stiegen um 1,83 % auf 62,55 Euro pro Megawattstunde, während britische Großhandels-Gasgkontrakte um mehr als 2 % auf 154,01 Pence pro Therm zulegten. Beide erreichten damit Stände, die seit dem 24. Juli nicht mehr verzeichnet wurden. Dieser Aufschwung markierte den vierten Handelstag in Folge mit Gewinnen bei den europäischen Gas-Benchmarks.tradingpedia
Der Preisanstieg folgte auf eine Verschärfung der diplomatischen und militärischen Rhetorik der USA gegenüber Teheran. Washington warnte, eine vollständige Seeblockade iranischer Häfen durchsetzen zu können, sollte die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt bleiben. Die Meerenge, über die rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots transportiert wird, ist praktisch gesperrt, wodurch wichtige Liefermengen aus Katar blockiert werden.qatar-tribune+2
Anhaltende israelische Militärschläge im Libanon trotz einer Waffenruhe sowie neue US-Sanktionsdrohungen gegen den Iran haben laut der Nachrichtenagentur Anadolu die Hoffnung auf eine baldige Einigung zur Wiederöffnung der Wasserstraße gedämpft. Zudem konkurrieren europäische Käufer mit asiatischen Importeuren, die bereit sind, höhere Preise für freie LNG-Ladungen zu zahlen, was das verfügbare Angebot weiter verknappt.tradingpedia+1
Die unterirdischen Gasspeicher der EU sind zu etwa 59 bis 60,8 % gefüllt. Dies gilt als historischer Tiefstand für Mitte August und entspricht dem Niveau vom Sommer 2021, als Russland begann, seine Exporte einzuschränken. Extreme Hitzewellen in Süd- und Mitteleuropa haben dazu geführt, dass eigentlich für die Einspeicherung vorgesehenes Gas zur Stromerzeugung für Klimaanlagen genutzt werden musste, was das Tempo beim Befüllen der Speicher bremst.azernews+3
„Der EU-Erdgasmarkt ist mit Blick auf die Hauptnachfrage im Winter anfällig“, schrieb Kieran Tompkins, leitender Klima- und Rohstoffökonom bei Capital Economics, kürzlich in einer Analyse. „Die Speicherstände sind so niedrig wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr zu dieser Jahreszeit.“qatar-tribune
Europas drückend heißer Sommer, die bereits fünfte Hitzewelle in diesem Jahr, verschärft die Energiekrise zusätzlich. Rumänien rief im August den Energienotstand aus, nachdem ein historisch niedriger Wasserstand der Donau den einzigen betriebsbereiten Atomreaktor des Landes lahmlegte. Frankreich und Ungarn drosselten laut CNN aus ähnlichen Gründen ihre Atomstromproduktion. Die niederländische Triodos Bank schätzt, dass die Hitze der europäischen Wirtschaft in diesem Jahr 180 Milliarden Euro oder 1 % des BIP kosten könnte.qatar-tribune
Die Referenz-Gaspreise liegen inzwischen fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr, da der Konflikt mit dem Iran LNG-Ladungen knapper und teurer gemacht hat. Massimo Di Odoardo, Vizepräsident für Gas- und LNG-Forschung bei Wood Mackenzie, warnte, dass eine ausbleibende Wiederöffnung der Straße von Hormus vor dem Winter „sicherlich zu extrem hohen Preisen führen könnte“.qatar-tribune