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reuters+1politico+1middleeasteyeGroßbritannien, Frankreich und Kanada kündigten am Dienstag koordinierte Handelsverbote für Waren aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland an. Dieser Schritt stieß bei Israel und den Vereinigten Staaten auf sofortige Kritik, stellt jedoch eine der konzertiertesten internationalen Bemühungen dar, die Siedlungserweiterung Israels zu sanktionieren.
Außenminister Ed Miliband bestätigte das Verbot im Unterhaus und erklärte, es decke den Handel mit Waren und einigen Dienstleistungen aus israelischen Siedlungen ab. Die Ankündigung folgt auf wochenlange Signale der britischen Regierung, nachdem Miliband dem Parlament Anfang September mitgeteilt hatte, London plane eine umfassende Neuausrichtung seines Ansatzes gegenüber Israel und Palästina.jta+3
Rentenminister Pat McFadden sagte am Dienstagmorgen, die Maßnahmen seien gezielt gegen die Erweiterung dieser Siedlungen gerichtet, die nach internationalem Recht illegal seien. Er betonte, das Verbot sei nicht als Boykott aller israelischen Waren gedacht und Israel bleibe ein wichtiger Handelspartner.apnews+1
Frankreich und Kanada handelten im Gleichschritt mit Großbritannien. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hatte wochenlang darauf gedrängt, dass EU-Partner den Handel mit Siedlungen einschränken, und verglich das geplante Vorgehen mit dem EU-Importverbot von 2014 für Waren aus der russisch besetzten Krim. Barrot sagte dem Radiosender RFI, die Siedlungen seien illegal und es sei nicht normal, dass die Europäische Union diesen Handel unterstütze. Frankreichs Entscheidung, unabhängig an der Seite Großbritanniens und Kanadas zu handeln, spiegelt die Frustration darüber wider, dass der Widerstand Deutschlands eine einheitliche EU-weite Reaktion blockiert hat.devdiscourse+2
Die koordinierte Aktion umfasst laut Barrot insgesamt 11 Länder, wobei Details zur breiteren Koalition noch nicht vollständig offengelegt wurden.devdiscourse
Die Ankündigung erfolgte trotz privatem Druck aus den USA, nicht fortzufahren, wie Middle East Eye berichtet. Premierminister Andy Burnham informierte Präsident Donald Trump am Montag über die Pläne. Burnham hat seit seinem Amtsantritt im Juli nicht mehr mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu gesprochen.middleeasteye
Die Sanktionen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Israels E1-Siedlungsprojekt östlich von Jerusalem, das die drei Länder letzten Monat nach Bekanntwerden der Pläne für 1.200 neue Häuser verurteilten, droht das besetzte Westjordanland faktisch in zwei Teile zu spalten. McFadden sagte, das Wachstum der Siedlungen in den letzten Wochen habe die Bedrohung für die palästinensische Staatlichkeit dringlicher gemacht.aljazeera+2