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washingtonpost.washingtonpost+1.npr.Die brasilianische Präsidentschaftswahl geht in die zweite Runde. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wird am 25. Oktober gegen Senator Flávio Bolsonaro antreten, nachdem am Sonntag, dem 4. Oktober, keiner der beiden mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang erreicht hat. Flávio Bolsonaro landete auf dem ersten Platz, was die meisten Umfragen vor der Wahl nicht vorhergesagt hatten. Das Ergebnis deutet auf eine knappe Stichwahl und eine Rechtsverschiebung unter den brasilianischen Wählern hin.npr+2
Die Stichwahl wurde in der Live-Berichterstattung von JOTA bestätigt. Nach Auszählung von 99,3 Prozent der Stimmen lag Bolsonaro laut der Washington Post bei etwa 47 Prozent. NPR meldete Lula mit etwa 44 Prozent auf dem zweiten Platz. Le Monde bezeichnete Bolsonaros Vorsprung als "ein überraschendes Ergebnis, das den Prognosen der Meinungsforscher widersprach, die Lula in Führung sahen".lemonde+3
Der Wettbewerb wiederholt das Duell von 2022 in neuer Form. Vor vier Jahren hatte Lula Bolsonaros Vater, den damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, mit dem knappsten Vorsprung in der Geschichte Brasiliens abgelöst. Lula (80) strebt eine vierte Amtszeit an. Flávio Bolsonaro, der 45-jährige Sohn des ehemaligen Präsidenten, will die Bewegung seines Vaters zurück an die Macht bringen, berichtete Reuters. Reuters fügte hinzu, dass der Wahlkampf von Korruptionsskandalen, wirtschaftlicher Sorge und Vorwürfen der US-Einmischung dominiert wurde.washingtonpost+1
Teilergebnisse, die vom portugiesischen Observador bei etwa 91 Prozent Auszählungsstand gemeldet wurden, zeigten Augusto Cury mit 2,93 Prozent auf dem dritten Platz. Renan Santos kam auf 2,29 Prozent, Ronaldo Caiado auf 2,24 Prozent und Romeu Zema auf 0,28 Prozent. NPR merkte an, dass die Dritt-, Viert- und Fünftplatzierten allesamt rechtsgerichtet sind. Das könnte Bolsonaro einen natürlichen Pool an Wählern verschaffen, aus dem er in der Stichwahl schöpfen kann. Frühe Ergebnisse zeigten auch Gewinne für das rechte Lager im Kongress, insbesondere im Senat. Mehrere Gouverneure und Senatoren von Bolsonaros Liberaler Partei (PL) wurden bereits im ersten Wahlgang gewählt.observador+1
Umfragen kurz vor der Wahl sahen Lula in Führung oder gleichauf. Am 3. Oktober zeigte Datafolha Lula bei 47 Prozent und Bolsonaro bei 46 Prozent in einem Stichwahlszenario, ein statistisches Unentschieden. Eine von JOTA veröffentlichte AtlasIntel-Umfrage sah Lula im ersten Wahlgang bei 46,7 Prozent und Bolsonaro bei 43,8 Prozent. Bei den gültigen Stimmen ergab dieselbe Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen von 50,1 zu 49,9 Prozent für die Stichwahl. Umfragen zeigten auch, dass etwa die Hälfte der Wähler jeden der beiden führenden Kandidaten ablehnt.jota+2
Die Auszählung verlief schnell, da Brasilien nun landesweit einen einheitlichen Zeitplan für die Stimmabgabe verwendet. Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr morgens und schlossen um 17 Uhr Ortszeit Brasília, und die Ergebnisse begannen um 17 Uhr einzutreffen. Im Jahr 2022 war die erste Runde der Stichwahl mathematisch 4 Stunden und 36 Minuten nach Schließung der Wahllokale entschieden. Kássio Nunes Marques, Präsident des Obersten Wahlgerichts, sagte am Sonntag, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Wahl von außen beeinflusst worden sei.valor.globo+1
Laut NPR läuft die Stichwahl nun auf eine einzige Frage hinaus: ob Brasilien mit Lula weitermachen oder dem breiteren Rechtsruck folgen will, der sich bei der Wahl am Sonntag gezeigt hat.npr