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dw.latintimes.cnbc.Am Sonntag schlossen in Brasilien die Wahllokale für die erste Runde einer knappen Präsidentschaftswahl. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, 80, tritt für eine vierte Amtszeit gegen Senator Flávio Bolsonaro, 45, den ältesten Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, an. Erste offizielle Ergebnisse sehen Bolsonaro vorne. Nach Auszählung von 10 % der Stimmen lag er laut dem von DW zitierten Wahlgericht bei 51 % gegenüber 40,8 % für Lula. Da in Brasilien elektronische Wahlmaschinen eingesetzt werden, werden die Endergebnisse in wenigen Stunden erwartet.cnbc+2
Sollte kein Kandidat mehr als 50 % der gültigen Stimmen erhalten, wobei leere und ungültige Stimmzettel nicht mitgezählt werden, kommt es am 25. Oktober zu einer Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten. Die letzten Umfragen deuteten auf eine zweite Runde hin, die für beide Seiten offen ist. Die Umfrage von Quaest vom 3. Oktober sah Lula im ersten Wahlgang bei 46 % und Bolsonaro bei 45 % und gab Bolsonaro in einer Stichwahl einen Vorsprung von 44 % zu 42 %. Die letzte Umfrage von Datafolha sah Lula in beiden Szenarien vorne. Frühe Auszählungen können sich verschieben, sobald regionale Ergebnisse eintreffen. Der bevölkerungsreiche Südosten stellt etwa 41,8 % der Wählerschaft, und Lula ist traditionell im Nordosten stark.latintimes+1
Laut Berichten von Reuters, die von CNBC aufgegriffen wurden, war das Rennen von Korruptionsskandalen, wirtschaftlicher Unsicherheit und Vorwürfen der US-Einmischung geprägt. Eine inhaltliche Debatte fand kaum statt, da beide Spitzenkandidaten die großen TV-Duelle mieden. Der Zusammenbruch der Banco Master traf weite Teile der politischen Klasse. Die Bundespolizei ermittelt gegen Bolsonaro wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit diesem Fall. Er bestreitet ein Fehlverhalten, hat aber bestätigt, Millionen von Dollar vom ehemaligen Bankchef Daniel Vorcaro für einen Film über seinen Vater erhalten zu haben.nbcnews+1
Eine Staatsverschuldung von über 82 % des BIP und eine auf 2,0 % gesenkte Wachstumsprognose für dieses Jahr haben die fiskalischen Sorgen verschärft. Der Goldman-Sachs-Ökonom Alberto Ramos sagte, Lula "würde wahrscheinlich ein staatlich gelenktes Modell beibehalten", während Bolsonaro "wahrscheinlich eine marktfreundlichere Agenda verfolgen würde".nbcnews
US-Präsident Donald Trump hat zwar keine offizielle Wahlempfehlung abgegeben, aber er empfing Bolsonaro im Weißen Haus und lobte ihn. Im Jahr 2025 belegte er brasilianische Waren mit einem Zoll von 50 % und verknüpfte dies mit dem Prozess gegen Jair Bolsonaro wegen eines Umsturzversuchs. Der ehemalige Präsident verbüßt derzeit eine 27-jährige Haftstrafe, und sein Sohn hat versprochen, ihn zu begnadigen. Lulas Verbündete haben gewarnt, dass Washington einen Sieg Lulas möglicherweise nicht anerkennen könnte. Die USA haben eine Einmischung bestritten.dw+2
Der Vorsitzende des brasilianischen Wahlgerichts, Kassio Nunes Marques, sagte, die Wahl sei normal verlaufen. "Teams, die internationale Risiken überwachen, haben keinerlei Risiken festgestellt", sagte er.cnbc
Nach der Stimmabgabe sagte Lula: "Was auf dem Spiel steht, ist die Zukunft Brasiliens". Bolsonaro erklärte: "Brasilien braucht Veränderung".dw+1