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aol+1foxrothschildreuters+1Die Europäische Zentralbank wies am Donnerstag den Druck der Branche zurück, die Eigenkapitalanforderungen für Banken zu senken, und betonte, dass das aktuelle Niveau für die Stabilität des Finanzsystems der Eurozone unerlässlich sei. Diese Haltung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EZB zudem eine Verdoppelung der Mindestreserveanforderungen für Kreditinstitute prüft – ein Vorschlag, der bereits auf scharfen Widerstand deutscher Banken gestoßen ist.
Die Ablehnung durch die EZB, über die Reuters am 2. Juli berichtete, bekräftigt die langjährige Position der Zentralbank, dass eine Vereinfachung der Regulierung nicht zu schwächeren Kapitalpuffern führen darf. Die EZB hat eine durchschnittliche Anforderung an das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1) von 11,2% für Kreditinstitute in der Eurozone beibehalten, während US-Regulierungsbehörden unter der Trump-Regierung die Kapitalanforderungen für die größten amerikanischen Banken um bis zu 4,8% gesenkt haben.banque-france+4
Im Dezember 2025 schlug die EZB vor, ihr Regelwerk durch die Zusammenlegung von Pufferstufen zu straffen, stellte jedoch ausdrücklich klar, dass dies nicht zu einer Verringerung des Gesamtkapitalniveaus führen würde. „Wir beabsichtigen nicht, den aktuellen Kapitalstatus europäischer Banken zu gefährden“, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos damals.reuters
Unabhängig davon teilten sechs Quellen Reuters mit, dass die EZB erwägt, die Mindestreserveanforderung von 1% auf 2% der Kundeneinlagen und bestimmter anderer Finanzierungsmittel der Banken anzuheben. Die Reserven, die nicht verzinst werden, belaufen sich derzeit auf rund 173,56 Milliarden Euro. Eine Verdoppelung würde die jährliche Zinsrechnung des Eurosystems um fast 4 Milliarden Euro senken.reuters
Der Vorschlag befindet sich in einem frühen Stadium der internen Beratung und wurde vom EZB-Rat noch nicht offiziell erörtert; eine Entscheidung wird vor dem Herbst erwartet. Die deutsche Bankenbranche lehnte die Idee umgehend ab, wobei ein führender Verband die potenzielle Erhöhung entschieden zurückwies.thecorner+3
Die beiden Debatten finden vor dem Hintergrund einer Straffung der geldpolitischen Bedingungen in der Eurozone statt. Die EZB erhöhte die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte, um die teilweise durch hohe Energiekosten getriebene Inflation zu bekämpfen, wodurch der Einlagensatz auf 2,25% stieg. Die Überschussreserven im System sind bereits von rund 2,9 Billionen Euro zu Beginn des Jahres 2025 auf 2,5 Billionen Euro gesunken. Analysten von ING haben festgestellt, dass der Übergang von reichlicher Liquidität zu knapperen Reserven die Geldmärkte der Eurozone umgestaltet, wobei ein allmählicher Aufwärtsdruck auf die kurzfristigen Zinsen erwartet wird.ecb.europa+2
Die nächste geldpolitische Entscheidung der EZB steht am 23. Juli an.reuters