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dailysabah+1energyconnectsdailysabah+1Die europäischen Gasspeicher sind nur noch zu 58 Prozent gefüllt – der niedrigste Stand zu dieser Jahreszeit seit 2021. Die faktische Schließung der Straße von Hormus blockiert weiterhin LNG-Lieferungen aus Katar und hält die Preise auf einem hohen Niveau, was neue Sorgen um die Energiesicherheit vor dem Winter schürt.
In einem normalen Jahr wären die europäischen Speicheranlagen zu diesem Zeitpunkt zu etwa 75 bis 80 Prozent gefüllt, so Anne-Sophie Corbeau, Forscherin am Center on Global Energy Policy der Columbia University. Das Defizit ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen: Europa beendete den letzten Winter mit einem Füllstand der unterirdischen Speicher von nur 28 Prozent. Zudem führten US-amerikanische und israelische Angriffe gegen den Iran dazu, dass Teheran die Straße von Hormus faktisch für den Tankerverkehr aus dem Golf sperrte, was die Gaslieferungen aus Katar seit Anfang April zum Erliegen brachte.dailysabah+1
Der niederländische TTF-Kontrakt, der Referenzpreis für europäisches Gas, notiert derzeit zwischen 55 und 58 Euro pro Megawattstunde für die Lieferung im September. Das ist fast doppelt so viel wie vor dem Konflikt im Nahen Osten und etwa dreimal so hoch wie die Preise vor dem Ukraine-Krieg.energynews+1
Italien, Polen und Belgien, die vertraglich an LNG aus Katar gebunden sind, gehören zu den am stärksten betroffenen Ländern. "Sie konnten seit dem 2. April, dem Datum, an dem Italien sein letztes mit katarischem LNG beladenes Schiff erhielt, keine LNG-Mengen mehr aus Katar importieren", sagte Ronald Pinto, Analyst bei Kpler.dailysabah
Deutschland, das über die größte Gasspeicherkapazität Europas verfügt, steht vor einer noch größeren Herausforderung. Die Speicher sind zu etwas mehr als 48 Prozent gefüllt, was deutlich unter dem kontinentalen Durchschnitt liegt. Uniper-CEO Michael Lewis sagte am Dienstag, dass Deutschland sein Ziel von 70 Prozent Speicherfüllung bis zum 1. November noch erreichen könne, "aber wir müssen sehen, dass sich die Marktpreise so bewegen, dass sie Anreize für die Befüllung der Speicher schaffen".energyconnects
Lewis warnte zudem, dass die Speicherstände allein nicht ausreichten. "Wir müssen sicherstellen, dass das LNG in diesem Winter nach Europa fließt, und deshalb brauchen wir so schnell wie möglich eine Lösung für die Schließung der Straße von Hormus", sagte er gegenüber Bloomberg Television. "Wir brauchen ein Friedensabkommen im Nahen Osten".energyconnects
Die Europäische Kommission hat erklärt, sie sehe "keine unmittelbare Besorgnis hinsichtlich der Sicherheit der Gasversorgung" und halte eine Füllrate von 80 Prozent vor dem Winter für "technisch erreichbar". Die Gasnachfrage in der EU ist im Vergleich zum Vorkrisenniveau um 17 Prozent gesunken, und die Importkapazitäten wurden seit 2022 ausgebaut.energynews+1
Analysten sind weniger optimistisch. Die Analystin von Rystad Energy, Antonia Syn, sagte, dass "die Versorgungsrisiken für Europa angesichts der geringeren LNG-Verfügbarkeit aus dem Nahen Osten weiterhin erhöht bleiben". Pinto erwartet, dass die durchschnittlichen monatlichen Preise für den Rest des Jahres zwischen 55 und 62 Euro pro Megawattstunde bleiben werden, da asiatische Käufer – insbesondere China – direkt mit Europa um die knappen LNG-Ladungen konkurrieren.dailysabah+1
"Wenn die Bestände niedrig sind, der Winter hart wird und andere Probleme auftreten, werden wir anfangen müssen, über Sparmaßnahmen nachzudenken", warnte Corbeau.dailysabah