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tradingeconomics+1france24+1eadailyDie europäischen Erdgaspreise stiegen am Montag sprunghaft an, wobei der Dutch TTF-Kontrakt für den Folgemonat auf 59,83 EUR/MWh kletterte. Dies entspricht einem Anstieg von über 4 % gegenüber der vorangegangenen Sitzung und 42,83 % im letzten Monat, da erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran Ängste vor Versorgungsengpässen in der Straße von Hormus schürten. Der Preis erreichte damit den höchsten Stand seit März, als der Ausbruch des Iran-Konflikts die europäischen Energiemärkte erstmals in Aufruhr versetzte.tacto+2
Der Preissprung erfolgt zu einer Zeit, in der Europa mit mehreren konvergierenden Belastungen seines Energiesystems zu kämpfen hat. Eine massive Hitzewelle liegt seit Wochen über West- und Mitteleuropa und treibt die Temperaturen in Frankreich, Spanien und Deutschland auf Werte, die 10 bis 15 Grad über dem historischen Durchschnitt liegen. Die extreme Hitze hat Électricité de France dazu gezwungen, drei Atomreaktoren abzuschalten und die Leistung bei mehreren anderen zu drosseln, nachdem die Flusswassertemperaturen die regulatorischen Kühlgrenzwerte an der Garonne, der Rhône und der Maas überschritten hatten.severe-weather+2
Gleichzeitig ist der Rhein, Europas wichtigste Binnenwasserstraße für Energierohstoffe, am kritischen Pegel Kaub auf etwa 40 cm gefallen. Bei diesem Stand können Lastkähne nur noch etwa ein Fünftel ihrer normalen Ladung befördern. Reuters berichtete, dass die niedrigen Wasserstände die Frachttransportkosten in die Höhe treiben und die Logistik für die deutsche Industrie stören.freightperspectives+1
Der Energiedruck wurde durch den Zusammenbruch eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran am 8. Juli verstärkt. Danach erklärte der Iran die Straße von Hormus erneut für gesperrt und die USA verhängten wieder eine Seeblockade. Das US-Militär führte laut Reuters bis zum 16. Juli sechs Nächte in Folge Luftschläge gegen iranische Militärziele entlang der Südküste durch, während der Iran drohte, regionale Infrastruktur zu zerstören, falls die Angriffe andauern sollten.cnbc+2
Die anhaltenden Auswirkungen des Konflikts auf die europäische Energieversorgung wurden am Samstag von Bundeskanzler Friedrich Merz unterstrichen. Er erklärte gegenüber dem ZDF, dass die Energiekrise aufgrund des Fehlens von russischem Gas andauere, und räumte ein, dass Deutschlands strukturelle Abkehr von russischen Lieferungen das Land anfälliger für Preisschocks gemacht habe. Merz sagte, die geopolitische Landschaft habe sich so dramatisch verändert, dass die Voraussetzungen für seine Wahlversprechen nicht mehr gälten.taiwan.news-pravda+1
Die Prognosen bieten wenig Trost. Das Bundesamt für Gewässerkunde geht davon aus, dass die Pegelstände des Rheins sich um den 20. bis 22. Juli kurzzeitig erholen könnten, bevor sie bis Ende des Monats wieder unter die wirtschaftlich tragfähigen Schwellenwerte fallen. Unterdessen deuten Wettermodelle darauf hin, dass sich die Hitzewelle nach einer kurzen Atempause wieder verstärken wird, was die Drosselungen bei der Kernkraft und den erhöhten Kühlbedarf bis weit in den späten Juli hinein aufrechterhalten wird.severe-weather+1