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European Union+1The Sofia GlobeCNBC+1Die Europäische Kommission hat am Donnerstag gegen Alphabets Google eine Strafe von insgesamt 890 Millionen Euro wegen zwei Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte verhängt. Dies ist die bisher höchste Geldbuße nach dem wegweisenden Wettbewerbsrecht der EU für den Tech-Sektor.
Die Kommission verhängte ein Bußgeld von 460 Millionen Euro, weil Google eigenen Diensten, darunter Shopping, Hotels, Transport und Sportergebnisse, gegenüber Drittanbietern in der Google-Suche den Vorzug gab. Ein separates Bußgeld von 430 Millionen Euro wurde verhängt, weil der Konzern App-Entwickler daran hinderte, Verbraucher auf alternative Kaufkanäle außerhalb von Google Play hinzuweisen.European Union+2
Beim Vorwurf der Selbstbevorzugung stellte die Kommission fest, dass Google seine eigenen Dienste "in den Suchergebnissen prominenter anzeigt, unter anderem ganz oben auf der Suchergebnisseite oder durch die Nutzung erweiterter visueller Elemente und Filter, während ähnliche Dienste von Drittanbietern nicht dieselbe Prominenz erhalten." Beim Vorwurf der Lenkung stellten die Regulierungsbehörden fest, dass Googles Gebühren und die Dauer der Abrechnungszeiträume für Entwickler, die Nutzer anderweitig umleiteten, "über das hinausgingen, was als DMA-konform angesehen wird."European Union
Google hat 60 Tage Zeit, die Verstöße zu beenden, oder es drohen tägliche Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes.The Sofia Globe
Die Geldbußen fallen in eine Phase intensiverer EU-Durchsetzungsmaßnahmen gegen Google. Anfang dieses Monats bestätigte der Europäische Gerichtshof eine separate Kartellstrafe von 4,1 Milliarden Euro wegen wettbewerbswidriger Praktiken bei Android und beendete damit einen achtjährigen Rechtsstreit. Eine verbindliche Anordnung zur Datenweitergabe, die Google verpflichtet, konkurrierenden Suchmaschinen einschließlich KI-Chatbots Zugang zu anonymisierten Ranking-, Such- und Klickdaten zu gewähren, ist bis zum 27. Juli fällig.CNBC+3
Die DMA-Fälle betreffen auch künstliche Intelligenz. Die Kommission leitete im Januar ein Verfahren ein, um sicherzustellen, dass Google konkurrierenden KI-Diensten wie rivalisierenden Chatbots denselben Zugriff auf Systemebene unter Android gewährt, der derzeit seinem Gemini-Assistenten vorbehalten ist. Berichte im Vorfeld der Entscheidung am Donnerstag deuteten darauf hin, dass die Kommission erwartet, dass Google die Grundsätze des Urteils zur Selbstbevorzugung auch auf seine Funktionen "AI Overviews" und "AI Mode" anwendet.Model Diplomat+2
Die Strafe fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen Brüssel und Washington über den Umgang der EU mit US-Tech-Konzernen. Die Trump-Administration hat Bedenken geäußert, da sich die kumulierten EU-Geldbußen gegen Google, Apple und Meta seit Anfang 2024 auf über 6 Milliarden Euro belaufen, verbunden mit Drohungen über Vergeltungszölle. Berichte von Anfang des Jahres legten nahe, dass die Kommission die Ankündigung teilweise verzögert hat, um eine Eskalation der Handelskonflikte zu vermeiden.cnbc+1