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europa+1reuters+1reutersDie Europäische Kommission hat am Freitag Meta Platforms offiziell beschuldigt, gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) der EU zu verstoßen. Grund dafür ist das, was Regulierungsbehörden als „süchtig machendes Design“ von Instagram und Facebook bezeichnen. Dies ist die jüngste Durchsetzungsmaßnahme im Rahmen der Brüsseler Kampagne, die Macht großer Technologieplattformen einzuschränken.
Die Untersuchung zielte auf Funktionen wie unendliches Scrollen, automatische Wiedergabe, Push-Benachrichtigungen und hochgradig personalisierte Empfehlungssysteme ab, die laut Kommission darauf ausgelegt sind, das Engagement insbesondere bei jungen Nutzern zu maximieren. In ihren vorläufigen Ergebnissen erklärte die Kommission, dass Meta die Risiken dieser süchtig machenden Designelemente nicht ordnungsgemäß bewertet und keine angemessenen Schritte unternommen habe, um potenzielle Schäden für Minderjährige zu mindern.europa+3
Die Kommission warnte, dass Meta bei einer Bestätigung der Ergebnisse mit Bußgeldern von bis zu 6 Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes rechnen müsse. Meta muss nun die beanstandeten Funktionen ändern oder diese Strafen riskieren, wobei eine endgültige Entscheidung über Bußgelder Monate dauern könnte.politico+2
Die Vorwürfe vom Freitag stellen die zweite Reihe von DSA-bezogenen Ergebnissen gegen Meta in diesem Jahr dar. Im April veröffentlichte die Kommission separate vorläufige Ergebnisse, wonach Facebook und Instagram es versäumt hätten, Kinder unter 13 Jahren am Zugriff auf ihre Plattformen zu hindern, und verwies dabei auf ineffektive Altersverifizierungskontrollen. Die Kommission hatte im Februar auch TikTok wegen ähnlicher Bedenken hinsichtlich süchtig machenden Designs, einschließlich unendlichem Scrollen und automatischer Wiedergabe, angeklagt.europarl.europa+2
Die Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Meta auf beiden Seiten des Atlantiks unter wachsendem rechtlichem Druck steht. In den Vereinigten Staaten haben vier Bundesstaaten das Unternehmen wegen des süchtig machenden Designs von Facebook und Instagram verklagt und fordern Schadensersatz, der bis zu 1,4 Billionen Dollar erreichen könnte. Eine US-Jury befand Meta im März 2026 zudem für das süchtig machende Design auf seinen Plattformen für haftbar.instagram+1
Meta hat die Vorwürfe laut Reuters bestritten. Das Unternehmen hatte zuvor argumentiert, dass es Funktionen wie Bildschirmzeit-Erinnerungen und Kindersicherungen eingeführt habe, um jüngere Nutzer zu schützen. Die Ergebnisse der Kommission sind vorläufig, und Meta wird die Gelegenheit haben, zu antworten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.reuters+1
Der Durchsetzungsdruck unterstreicht die Bereitschaft der EU, den DSA – der 2024 für sehr große Plattformen vollständig in Kraft getreten ist – als Instrument zu nutzen, um die Gestaltung von Produkten durch Social-Media-Unternehmen neu zu definieren, insbesondere wenn Kinder betroffen sind.