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newsday+1newsnewsdayDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Dienstag angekündigt, dass sein Land neue Atomkraftwerk-Projekte mit Russland plant. Dies vertieft eine Energiepartnerschaft, die angesichts des andauernden Ukraine-Kriegs von den westlichen Verbündeten kritisch beobachtet werden dürfte.
Erdogan äußerte sich am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) im kirgisischen Bischkek an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Gemeinsam mit Russland werden wir nach der Eröffnung des Kernkraftwerks Akkuyu auch Schritte zur Inbetriebnahme weiterer neuer Anlagen unternehmen“, sagte Erdogan laut Berichten von Reuters und der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.newsday+1
Putin bezeichnete die Türkei seinerseits als „einen unserer privilegierten Partner“ sowohl in der Außenpolitik als auch in der Wirtschaft. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der russische Staatskonzern Rosatom den ersten Reaktorblock des Kraftwerks Akkuyu noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen wird.news
Das Kernkraftwerk Akkuyu an der türkischen Mittelmeerküste ist seit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens im Jahr 2010 das Herzstück der russisch-türkischen Energiekooperation. Rosatom baut an dem Standort vier Reaktoren vom Typ WWER-1200 nach dem Betreibermodell „Build-Own-Operate“. Mit einer Gesamtleistung von 4.800 Megawatt sollen sie rund 10 % des türkischen Strombedarfs decken.energynews+1
Der Bau von Block 1 begann 2018, und im April 2023 traf der erste Kernbrennstoff am Standort ein. Laut Erdogan befindet sich der erste Block in der „Endphase“. Unterdessen schloss Rosatom kürzlich die Schweißarbeiten an der Hauptkühlmittelleitung für den Primärkreislauf von Block 2 ab, ein Prozess, der 73 Tage dauerte und bei dem 32 Rohrverbindungen Ultraschall- und Röntgenprüfungen unterzogen wurden.news+1
Der Ausbau der nuklearen Beziehungen erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Türkei, ein NATO-Mitglied, sieht sich wegen ihrer Beziehungen zu Moskau anhaltender Kritik westlicher Verbündeter ausgesetzt. Das Land ist stark von Energieimporten abhängig und deckt rund 70 % seines Energiebedarfs aus ausländischen Quellen. Die russischen Importe in die Türkei beliefen sich im vergangenen Jahr auf 42,37 Milliarden Dollar, wovon laut Handelsdaten der Vereinten Nationen, die von der Associated Press zitiert wurden, 29,8 Milliarden Dollar auf Energie entfielen.newsday
Über Akkuyu hinaus hat die Türkei weitreichendere nukleare Ambitionen. Ankara hat über den Bau eines zweiten Kraftwerks in Sinop beraten und Gespräche mit China über einen dritten Standort in der Region Ostthrakien geführt. Zudem entwickelt das Land Pläne für kleine modulare Reaktoren (SMR) mit dem Ziel, bis 2050 eine zusätzliche Kapazität von 5 Gigawatt aufzubauen.energynews