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reutersreuterscnbc+1Die Commerzbank gab am Donnerstag bekannt, dass sie Gespräche mit UniCredit über das Angebot der italienischen Bank zur Übernahme des deutschen Geldinstituts aufnehmen wird. Damit endet der monatelange Widerstand gegen das unerwünschte Übernahmeangebot.reuters+2
Die Ankündigung bedeutet eine dramatische Kehrtwende für die Commerzbank, deren Vorstand die Vorstöße von UniCredit wiederholt zurückgewiesen und die Aktionäre den gesamten Frühling über aufgefordert hatte, ihre Aktien nicht anzudienen.
Der Haltungswandel folgt auf den erfolgreichen Aufbau einer beherrschenden Stellung von UniCredit im Aktionärsbuch der Commerzbank. Nach Ablauf der weiteren Annahmefrist für das Übernahmeangebot am 3. Juli gab UniCredit bekannt, sich 47,6 % der Commerzbank-Aktien gesichert zu haben. Dies entspricht ohne eigene Aktien einem Stimmrechtsanteil von 49,7 %, was deutlich über der Schwelle von rund 40 % liegt, die nach deutschem Aktienrecht üblicherweise die Kontrolle verleiht.reuters
Aufsichtsratschef Jens Weidmann, ehemaliger Bundesbankpräsident und seit 2023 an der Spitze des Commerzbank-Aufsichtsrats, hatte sich der Fusion stets widersetzt. Noch im Mai hatte der Vorstand der Commerzbank den Aktionären formell empfohlen, das Tauschangebot von UniCredit in Höhe von 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie abzulehnen, und es als "opportunistisch" sowie unter dem fundamentalen Wert der Bank bezeichnet.commerzbank+1
UniCredit-Chef Andrea Orcel sagte CNBC am Mittwoch, dass eine Übernahme "potenziell" im vierten Quartal erfolgen könnte. Er fügte hinzu, dass er nicht bis zur Hauptversammlung der Commerzbank im Mai 2027 warten werde, um die Kontrolle zu übernehmen. Bloomberg berichtete, dass Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp kurz nach der Vorlage der Commerzbank-Zahlen am 6. August ein Videogespräch führen dürften.cnbc+1
UniCredit hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die italienische Bank strebt direkte Gespräche mit der Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern der Commerzbank an, wobei Orcel betonte, der Deal liege im "besten Interesse beider" Institute. Das Bundesfinanzministerium, das mehr als 12 % an der Commerzbank hält, hatte das Angebot im Juni zwar formell abgelehnt, laut Bloomberg inzwischen aber begonnen, eigene Forderungen für mögliche Gespräche vorzubereiten.bloomberg+2
Die Aussicht auf eine Fusion hat in Deutschland große Besorgnis hervorgerufen. Die Commerzbank schätzte, dass eine Übernahme den Verlust von 11.000 Vollzeitstellen bedeuten könnte, was fast einem Drittel der Belegschaft entspricht, während UniCredit die Zahl auf rund 7.000 bezifferte. Beschäftigte protestierten auf der Hauptversammlung der Bank im Mai, und die Bundesregierung kritisierte wiederholt das "aggressive Vorgehen" von UniCredit.reuters+2
Weidmanns Beharren darauf, dass Verhandlungen über das Commerzbank-Management und nicht über Berlin geführt werden, spiegelt das Bestreben wider, den verbleibenden institutionellen Einfluss der deutschen Seite zu wahren, während die Transaktion in ihre wohl finale Phase eintritt.