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bloomberg+1cryptobriefingreutersDie Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, sagte am Mittwoch, dass sie wahrscheinlich nicht an der Spitze der zweitgrößten deutschen Privatbank bleiben werde, wenn sie keine strategische Einigung mit UniCredit CEO Andrea Orcel erzielen könne. Orcel steht kurz vor der Übernahme der Kontrolle, nachdem er sich bis zu 49,65 Prozent der Stimmrechte gesichert hat.
Auf dem Handelsblatt Banken-Gipfel in Frankfurt betonte Orlopp laut Bloomberg, dass die Arbeit im Vorstand "nur Sinn ergibt, wenn erstens ein Vertrauensverhältnis zwischen Aufsichtsrat und Vorstand besteht und zweitens Einigkeit über die Strategie herrscht". Sie fügte hinzu: "Wenn das nicht der Fall ist, dann muss man die Konsequenzen ziehen."bloomberg
Orlopp bestätigte, dass direkte Gespräche mit Orcel laufen, machte ihr Verbleiben im Amt bis 2029 jedoch vom Ergebnis abhängig. "Solange Einigkeit über die Strategie und den Weg nach vorne besteht, glaube ich, dass das eine gute Basis ist", sagte sie laut Reuters. "Wenn es irgendwann zu einer Uneinigkeit kommt, müssen wir uns alle wie Erwachsene verhalten und eine Lösung finden."reuters
Sie warnte vor einer überstürzten Integration und erklärte, dass anhaltende Unsicherheit den Wettbewerbern nützen und zum Verlust von Kunden sowie wichtigem Personal führen könnte. Berichten zufolge strebt Orcel Kostensynergien in Höhe von etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro durch einen Zusammenschluss an, wobei die operativen Geschäfte der beiden Banken bis 2029 oder 2030 getrennt bleiben sollen.cryptobriefing+1
Die Bundesregierung, die seit der Finanzkrise noch etwa 12 Prozent der Anteile an der Commerzbank hält, bleibt ein zentraler Akteur. Finanzminister Lars Klingbeil hat Orcel für den 14. September nach Berlin eingeladen, und Orcel hat die Einladung angenommen. Das Treffen soll die Bedingungen klären, unter denen UniCredit die operative Kontrolle ausüben kann, unabhängig von der genauen Beteiligungshöhe.marketscreener+1
Die deutschen Behörden hatten sich zunächst gegen die Avancen von UniCredit gewehrt, als die italienische Bank im September 2024 begann, ihre Position auszubauen, vor allem aus Sorge um Arbeitsplätze und die nationale Souveränität im Bankensektor. Dieser Widerstand hat nachgelassen, während UniCredit durch Übernahmeangebote und Derivate stetig Anteile anhäufte, obwohl ein im Mai 2026 gestartetes freiwilliges Umtauschangebot vom Commerzbank-Vorstand abgelehnt wurde.cryptobriefing
Die Europäische Zentralbank hat vorläufige Prüfungen durchgeführt und keine wesentlichen Gründe gefunden, die gegen den Deal sprechen, womit die politische Dimension die größte verbleibende Hürde darstellt. Orlopps öffentliche Äußerungen sind ein klares Signal: Sollte der neue Aufsichtsrat, den Orcel nach der Machtübernahme installieren könnte, eine Strategie verfolgen, die sie nicht mittragen kann, wird sie zurücktreten, anstatt einen Plan zu leiten, an dessen Gestaltung sie nicht beteiligt war.cryptobriefing